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Stummer Protest: Rund 80 Menschen waren bei der Lichterkette vor der Kreisklinik dabei. Unter ihnen waren neben zahlreichen Eltern und werdenden Eltern auch einige Politiker – etwa die CSU-Ortsvorsitzende Susanne Thomas, Kreis- und Stadtrat Helmut Forster (Bürgervereinigung), JU-Vorsitzender Andreas Ofenbeck sowie Dr. Manfred Fleischer (CSU).

Lichterkette für die Geburtshilfe

80 Kerzen – ein Zeichen

„Hier brennen so viele Lichter – wir hoffen, dass das Licht bei uns im Kreißsaal auch nicht ausgeht.“ Diese Worte sagte Belegarzt Dr. Manfred Stumpfe zu den gut 80 Menschen, die sich trotz des ungemütlichen Wetters am Dienstagabend vor der Wolfratshauser Kreisklinik versammelt hatten.

Wolfratshausen – Zusammen mit den Hebammen hatte Stumpfe die Bevölkerung zum stummen Protest aufgerufen. Mit einer Lichterkette sprachen sich die Teilnehmer für den Erhalt der Geburtshilfeabteilung aus. „Wir sind heute hier, weil unser Sohn Magnus vor gut einem Jahr in der Kreisklinik geboren wurde“, sagte Maria Kaiser aus Wolfratshausen. Ihr Mann Austin ergänzte: „Wir wollen nicht, dass zukünftige Eltern diese Chance nicht mehr haben.“ Die Betreuung durch die Ärzte und Schwestern sei hervorragend gewesen.

„Wir wollen hier entbinden“

Ähnlich sehen es die Korhammers. Maria Korhammer hat ihre beiden Kinder ebenfalls in Wolfratshausen zur Welt gebracht. „Der Erhalt der Abteilung hier liegt mir deshalb am Herzen“, so die Mutter. Für das Paar aus der Pupplinger Au ist es extrem wichtig, die Wahl zu haben, wo man entbinden möchte. Diese Entscheidung haben die Freundinnen Ulrike Repert und Vera Fiedler bereits getroffen. Mit den Kerzen, die die Hebammen zu Beginn verteilt hatten, trotzten sie dem Regen. „Wir wollen hier entbinden“, sagten beide. Wolfratshausen sei „klein aber fein, es ist nicht so überlaufen, und man ist nicht nur eine Nummer“, betonte Fiedler. Nicht nur (werdende) Eltern, sondern auch ältere Menschen unterstützten die Aktion. „Ich habe meine Kinder hier zur Welt gebracht – und ich möchte, dass meine Schwiegertochter das auch tun kann“, erklärte Inge Fiechtner. Wichtig sei für die Königsdorferin auch, dass die Schwangeren „nicht so weite Wege zurücklegen müssen“.

Dr. Stumpfe: „Wir haben hier heute ein wichtiges Zeichen gesetzt“

Zum Schluss der etwa 20-minütigen Zusammenkunft sangen die Anwesenden gemeinsam das Lied „Amazing Grace“. Vorher gab Sopranistin Elsa Kodeda von der Münchner Musikhochschule das „Ave Maria“ von Franz Schubert zum Besten. Abschließend dankte Stumpfe allen, die gekommen waren: „Wir wissen nicht, wie es mit der Geburtshilfe vor Ort weitergeht. Aber wir haben hier heute ein wichtiges Zeichen gesetzt.“

Von Magdalena Höcherl


Zum Thema Geburtshilfe in Wolfratshausen lesen Sie auch: 

Wilde Gerüchte um die Geburtshilfeabteilung
– Aktion „Born in Wor“

– Bürgermeister Heilinglechner: „Wir müssen uns jetzt positionieren“

– Im Gespräch mit Dr. Manfred Stumpfe: „Wir können nicht stillschweigend abwarten“

– „Mother Hood“: Buttons für die Geburtshilfe


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