Schon der Großvater des 33-jährigen Geretsrieders war bei der Polizei

Ludwig Hüttner ist Gesetzeshüter aus Überzeugung

Wolfratshausen/Eurasburg - Ob beruflich oder ehrenamtlich - hinter jedem Retter steht ein Mensch. Sie stellt der Isar -Loisachbote/Geretsrieder Merkur in der Serie „Retter und Helfer“ vor. Folge zwei: Polizeibeamter.

Wenn Einbrecher ihr Unwesen getrieben haben oder der Geldbeutel entwendet wurde, dann sind sie die Helfer in der Not. Wird man als Autofahrer jedoch von der Polizei angehalten, verkehrt sich dieses Bild für viele ins Gegenteil. „Wie uns die Leute halt brauchen oder eben auch nicht“, stellt Polizeiobermeister Ludwig Hüttner lakonisch fest. Ärgern würde er sich darüber nicht. „Was bringt’s denn, wenn du dich aufregst? Nichts.“

Der 33-jährige Hüttner ist Schichtbeamter bei der Polizeiinspektion Wolfratshausen. Das heißt, er fährt vor allem Streife. „Einen Tag arbeitet man in der Spätschicht, am nächsten in der Früh- und der Nachtschicht. Dann hat man zwei Tage frei“, erklärt der Eurasburger seinen Arbeitsablauf.

Vor allem gefalle ihm an seiner Arbeit, dass „du nie weißt, was auf dich zukommt“. Außerdem treffe man viele Menschen - „wenn auch manchmal auf eher unangenehme Weise“, sagt Hüttner. Denn: Seine Arbeit hat selbstverständlich auch eine „unschöne Seite“. Besonders schlimm sei es, wenn er einem Familienmitglied sagen muss, dass dieser einen geliebten Menschen verloren hat. Zwar sei der Umgang mit so einer Situation von Kollege zu Kollege unterschiedlich, dennoch „kann man da nur etwas falsch machen“ - egal wie man es angehe.

Oft tue es ihm Leid, wenn er es mit bislang unbescholtenen Menschen zu tun hat, die nur durch eine kurze Unachtsamkeit straffällig werden. Indem sie zum Beispiel als Fahrzeugführer jemanden fahrlässig schaden oder im schlimmsten Fall sogar tödlich verletzen. „So etwas kann jedem passieren. Man muss nur einen Moment unachtsam sein.“

Ein Auge zudrücken? Das gibt’s bei Hüttner und seinen Kollegen nicht. Auch nicht bei so genannten Kavaliersdelikten. „Wenn wir das tun würden, würde man die Polizei nicht mehr brauchen.“ Besonders hart müssen sie durchgreifen, wenn Ordnungshüter beleidigt worden sind. Hüttner: „Da geht es nicht nur um das persönliche Ansehen, sondern auch um das der Polizei.“

(san)

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