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So wird ein Karton gefaltet: Aufmerksam schauten die Schülerinnen den Mitarbeitern der Oberland-Werkstätten über die Schulter.

Informationstag und Exkursionen

M-10 Klassen: Ausflug ins Berufsleben

 Die Oberland-Werkstätten waren am Donnerstag eines von 16 Unternehmen, die am Berufsinformationstag der Mittelschule für die Acht- und Neuntklässler teilnahmen.

Geretsried – Ein Mitarbeiter mit Behinderung faltet Kartons, die später als Verpackung dienen. Er arbeitet hoch konzentriert. Als die Schülerinnen in den Montageraum kommen, springt er vom Stuhl auf und zeigt ihnen stolz seinen Arbeitsplatz. Zwei Gruppen – alles Mädchen – führte Mitarbeiter Erwin Zitzelsberger durch die Wäscherei, die Metallabteilung und die Montage, die an der Gustav-Adolf-Straße untergebracht sind. „Wir bilden zwar nicht selber aus, aber wir bieten Praktika und Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an, damit Jugendliche einen Eindruck von der Arbeit mit behinderten Menschen bekommen“, sagt Betriebsleiterin Dietlinde Schoch. 

Oberland-Werkstätten „ein ganz neues Gebiet“

Die 13-jährige Lara aus der 8c wusste schon vor dem Besuch, dass ihr diese Tätigkeit liegen könnte. „Ich würde allerdings lieber behinderte Menschen pflegen“, meint sie. Ihr nächstes Schulpraktikum will sie in den Oberland-Werkstätten machen. Vivian (15) dagegen hat eine Ausbildung zur Kinderpflegerin im Visier. Interessant fand sie die Führung durch die Werkstätten trotzdem: „Das war ein ganz neues Gebiet für mich“, sagt die junge Frau.

Plätze für BMW in München waren heiß begehrt

Die Mädchen schnupperten vor allem in die Bereiche Einzelhandel (Isarkaufhaus), Altenpflege (Haus Elisabeth) und Hotellerie (Posthotel Hofherr) hinein. Bei den Buben waren laut Schulleiterin Magdalena Singer traditionell die technischen Berufe gefragt. Die Plätze für die Fahrt zu BMW in München seien heiß begehrt gewesen. Doch viele Schüler hätten auch die örtlichen Firmen Eagle Burgmann, Stöger Automation und die Bauer Group besichtigt. „Metzger und Baufirmen gehörten leider zu den Verlierern“, sagt Singer. Die meisten Betriebe würden seit Jahren an dem Infotag der Mittelschule teilnehmen, so die Rektorin: „Alle geben sich immer riesige Mühe, die Führungen jugendgerecht und interessant zu gestalten.“

Ausbildungsbetriebe im Klassenzimmer

Neben der Exkursion in eine Firma seiner Wahl hatte sich jeder Jugendliche für zwei Vorträge am Donnerstagabend angemeldet. Ein Dutzend Ausbildungsbetriebe stellte sich in den Klassenzimmern vor, darunter die Bundeswehr, Arzt- und Zahnarztpraxen, ein Altenpflegeheim, die Polizei, große Firmen wie Eagle Burgmann und Roche aus Penzberg sowie die Krankenkasse AOK und das Amt für Landwirtschaft.

Eltern immer noch die wichtigsten Berater

Zum ersten Mal hatten sich Schüler der M-10-Klassen heuer um die Organisation des Berufsinformationstags gekümmert, um bei der Gelegenheit Erfahrung im Bereich Bürokommunikation zu sammeln. Sie riefen die Unternehmen im Vorfeld an, fragten, ob die Referenten Beamer oder Laptop benötigten und standen während der Veranstaltung als Ansprechpartner zur Verfügung. Die M-10-Schüler vom Zweig Soziales stellten ein Fingerfood-Buffet zusammen. Schulleiterin Singer freute sich, auch einige Eltern am Abend zu sehen. Die Schule wolle die Kinder bestmöglich unterstützen, sagt Singer. Doch die Eltern seien bei der Berufswahlentscheidung immer noch die wichtigsten Berater.

Von Tanja Lühr

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