Was macht eigentlich. . . Johanna Hagn?

- 1993 wurde sie Weltmeisterin, bei den Olympischen Spielen in Atlanta holte sie 1996 die Bronzemedaille, im Jahr darauf feierte sie ihren ersten Europameister-Titel: Die Rede ist von der Judoka Johanna Hagn aus Beuerberg. Aus dem Leistungssport hat sich die heute 31-Jährige, die mittlerweile in der Nähe von Köln lebt, vor drei Jahren zurückgezogen. Ihrer Sportart ist sie trotzdem treu geblieben.<BR>

<P> Johanna Hagn: "Ja, das glaube ich Ihnen. Tagsüber bin ich eher selten zu Hause und eigentlich nur über Handy zu erreichen. Und wenn ich am Abend heimkomme - so gegen 22 Uhr -, dann bin ich meistens ziemlich müde und freu mich auf`s Bett."<P>Hört sich nach einem anstrengenden Beruf an?<P>Hagn: "So schlimm ist es nicht. Aber es dauert eben immer eine Weile, bis man sich an neue Situationen gewöhnt hat: Seit einem Jahr arbeite ich als Assistenz-Bundestrainerin bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr, Abteilung Judo. Da die zuständigen Bundestrainer Frank Wieneke und Michael Bazynski sehr häufig in ihrer Funktion unterwegs sind, habe ich oft die alleinige Verantwortung für die Mädels und Jungs. Das Ganze schafft einen schon - schließlich ist es ist eine Umstellung, sich plötzlich über Inhalte des Trainings Gedanken machen zu müssen und für das Wohl, die Gesundheit und die Leistungsentwicklung seiner Athleten verantwortlich zu sein. Als ich noch selbst aktiv war, war das ja anders. Das Ganze macht mir aber großen Spaß und ich hoffe, dass ich noch viele meiner Ideen umsetzen kann."<P>Die olympischen Judo-Wettkämpfe haben Sie natürlich mit Begeisterung verfolgt?<P>Hagn: "Ja, klar. Ein paar Tage war ich sogar direkt in Athen dabei. Nicht, weil ich vom Verband eingesetzt wurde, sondern privat. Nur leider habe ich die falschen Tickets erwischt."<P>Warum das?<P>Hagn: "Unglücklicherweise war ich immer nur dann in der Halle, als unsere Sportler gerade keine Medaille geholt haben." <P>Also haben Sie auch Ihren ehemaligen Vereinskollegen, Florian Wanner, vor Ort angefeuert?<P>Hagn: "Selbstverständlich. Aber nur von der Tribüne aus - als ganz normaler Zuschauer. Für das Publikum war es sowieso kaum möglich, mit den abgeschotteten Sportlern zu reden, was auch gut so war. Flori sollte sich ganz in Ruhe vorbereiten."<P>Generell halten Sie aber schon noch Kontakt zu ihren alten Weggefährten?<P>Hagn: "Natürlich. Einige Freundschaften haben die Distanz und die Jahre überlebt. Mit meinem ersten Trainer (Kurt Polzer, Anm. d. Red.) telefoniere ich auch immer wieder mal."<P>Und worum geht es in diesen Gesprächen?<P>Hagn: "Naja, erst mal plaudern wir ein bisschen über allgemeines Zeug, wie`s geht und so. Dann fangen wir ganz schnell an zu fachsimpeln - natürlich über den Sport. Das ist immer sehr interessant. Naja, vom Judo muss er ja fast Ahnung haben. Schließlich hat er es zwei Weltmeistern beigebracht, Florian Wanner und mir." <P>Das Gespräch führte Kerstin Franke.<P> </P>

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