Sybille Krafft Vorsitzende desHistorischen Vereins

„Machtpolitik und taktische Manöver“

Waldram - Enttäuscht, wütend und ein klein wenig optimistisch - so haben Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins, und Siedler-Chef Wolfgang Saal auf die Entscheidung des Stadtrats reagiert. Das Gremium hatte beschlossen, das Stadtarchiv am Loisachufer zu erweitern.

„Leider sind Sachargumente Opfer von parteitaktischen Manövern und Machtpolitik geworden“, sagt Krafft. „Die Distanz zum Bürger wird dadurch größer“, sagt Saal. Aufgeben kommt für die Kolpingplatz-Fraktion aber nicht in Frage. Ihr Motto: „Jetzt greift Plan B.“

Dass in das Gebäude Dokumentationsstätte und Begegnungszentrum sollen, steht für Krafft fest. Genau wie das weitere Vorgehen: Stadt und Kirche müssten sich auf den geänderten Bebauungsplan einigen, dann könne das Gebäude an einen Förderverein übertragen werden. Wann der gegründet wird, stehe noch nicht fest. Wohl aber, dass Siedler und Historischer Verein gestern erste Gespräche über andere Nutzungskonzepte geführt haben. Denn nur für eine Ausstellung zur Geschichte Waldrams ist das Gebäude zu groß, sagen Krafft und Saal. Möglicherweise werde man sich andere Partner ins Boot holen. „Wir haben Ideen, es ist aber noch zu früh, darüber zu sprechen“, so Krafft. Als positiven Aspekt nehme man das Bekenntnis mehrerer Stadträte sowie von Bürgermeister Helmut Forster zur Kenntnis, die Sanierung in Waldram mit einem 50-prozentigen Zuschuss zu unterstützen.

Am Frust ändert das nichts. „Wir Waldramer sind vor den Kopf gestoßen“, sagt Saal. Er kritisierte vor allem das Vorgehen des Waldramer CSU-Stadtrats Manfred Fleischer. „Das war unglückselig, es wirkte wie Profilierungssucht. Wenn man einen eigenen Weg gehen will, sollte man sicher sein, dass die Sache klappt.“ Die Stadträte hätten eine große Chance vertan. Man werde aber nach vorne schauen, betonte Krafft. „Wir lassen uns nicht entmutigen. Und wir werden es schaffen.“

(fla)

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