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Ausdrucksstark: Alexander Neander (li.) und Wolfram von Bodecker zogen die rund 400 Zuschauer im Vereineheim Dorfen mit ihrem Programm "déjà-vu" in ihren Bann.

Visual Theater mit "Bodecker & Neander"

Magie mit der Mimik

Dorfen – "Was Sie heute sehen, haben Sie noch nie gesehen", kündigte Wolfgang Ramadan am Mittwochabend im Vereineheim an. Er behielt Recht.

Kabarett und Musikkabarett ist man bei der von Ramadan organisierten kulturellen Grundversorgung des Icking-Abo-Dorfen ja gewohnt. Doch mit „Bodecker & Neander“, ihrem Programm „déjà-vu?“ und ihrer eindrucksvollen Pantomime hat er etwas völlig Neues nach Dorfen geholt und damit voll ins Schwarze getroffen.

So viel Begeisterung genossen die Künstler sichtlich. „Es war ein grandioses Publikum“, sagte der 44-jährige von Bodecker nach dem Auftritt im Gespräch mit unserer Zeitung. Egal ob auf einer riesengroßen Bühne oder einer kleinen – für das Duo ist das „Fest mit den Zuschauern“ wichtig. Wenn das gelingt, „ist es ein Geschenk“. Und die unglaubliche Resonanz, die kommt, ist ein Reichtum“, ergänzt von Bodecker.

Viele Zuschauer hatten vorher wohl nicht wirklich gewusst, was sie an diesem Abend erwarten würde und ließen sich überraschen. Ausdrucksstark in Mimik und Gestik eroberten Bodecker und Neander das Publikum in kurzer Zeit. Facettenreich erzählten sie kleine Geschichten von Glück, Liebe, Trauer und Hoffnung mit Titeln wie „David & Goliath“, „Marsmensch“, „Der Taschendieb“ und „Die Jahreszeiten des Antonio“. Dabei war jede in sich geschlossen, eine Kurzgeschichte mit eigenem Titel, mit einer Handlung und einer Botschaft. Perfekt inszeniert.

An diesem Abend entdeckte man eine selten gewordene Kunst neu. „Unsere Kunst funktioniert nur direkt. Nichts ist schlimmer als abgefilmtes Theater“, sagt von Bodecker. Ramadan ergänzt, dass das wirklich Gute häufig jenseits der Medien stattfindet. Als er „Bodecker & Neander“ gleich für zwei Abende beim Abo-Icking-Dorfen engagierte, spielte dabei auch eine große Portion Eigeninteresse eine Rolle. „Reinsetzen, zurücklehnen, genießen – die Beiden sind für mich ein Pflichttermin, weil sie so gut sind.“ Dass Ramadan hier mal eigensüchtig gehandelt hat, sei ihm gedankt – hat er damit doch rund 400 Zuschauern ein außergewöhnliches Erlebnis beschert.

(Nina Daebel)

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