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Leiki wurde erwischt, verkündet antenne.de

Irre Aktion der Münsinger Burschen

Antenne: Leikermoser als Maibaum-Geisel

Münsing - Antenne-Moderator Wolfgang Leikermoser klaut zurzeit Maibäume. Auch in Münsing versuchte er es, die Burschen waren aber hellwach. Jetzt ist Leiki ein Gefangener.

„Das war einfach ein plumper Versuch – und so etwas gehört gleich doppelt bestraft“: Michael Ruhdorfer vom Burschenverein Münsing ist die Genugtuung anzuhören. Am Montagfrüh gegen drei Uhr hat ein 20-köpfiges Team des Radiosenders Antenne Bayern versucht, den Maibaum der Seegemeinde zu klauen – und wurde erwischt. Im Gegenzug setzten die Münsinger den Morgenshow-Moderator Wolfgang „Leiki“ Leikermoser fest und halten ihn seither an einem geheimen Ort versteckt. Eine verrückte Aktion, an der Antenne Bayern seit gestern viele Millionen Radiohörer teilhaben lässt. Vorgestellt hatten sich Leiki und Co. die Nacht-und-Maibaum-Aktion anders: Weit vor dem ersten Hahnenschrei, mit Tarnfarbe im Gesicht und einem Deichselwagen im Gepäck, schlichen sich die Möchtegerndiebe zum Lagerplatz der Münsinger. Die fünfköpfige Wache im Bauwagen spielte Karten – aber war dennoch äußerst aufmerksam: „Der Baum bleibt da!“, herrschten sie die auf frischer Tat ertappten Hobbyräuber an. Aus der Traum.

Aber ein spontaner Frühschoppen ist auch etwas Schönes – zumindest, bis das Bier ausgeht. „Leiki bot uns an, bei der Organisation des Nachschubs zu helfen“, berichtet Ruhdorfer. „Zusammen mit Hans und dem Dicken Bären – nein, die richtigen Namen verrat’ ich nicht – sind wir losgezogen.“ Seither gilt Leiki als verschollen. Den verdutzten Morningshow-Co-Moderatoren Indra Gerdes und Christian Franz blieb nichts anderes übrig, als vom „Entführungsfall Leikermoser“ zu berichten. Verzweifelt baten sie via Radio: „Bitte, liebe Münsinger, meldet Euch – wir wollen ja verhandeln!“ Unsere Zeitung schaffte es am Vormittag, den Moderator in seinem Gefängnis ans Telefon zu bekommen – „aber nur kurz“, betonte Ruhdorfer. „Man weiß ja nicht, ob des a Fangschaltung ist“, feixte der Maibursche. „Ich werde hier auf das Übelste behandelt“, beschwerte sich Leikermoser. „Die stopfen mich mit Leberkassemmeln voll und flößen mir Bier um Bier ein.“ Ja, das Leben als Geisel der Münsinger Burschen ist kein Zuckerschlecken. Eine Ahnung, wo er festgehalten wird, hat der 47-jährige Moderator nicht: „Wir fuhren und fuhren – und nach zehn Minuten habe ich mich gefragt, ob die Burschen überhaupt selbst noch wissen, wo wir sind.“ Was Leiki aus seiner Zelle sieht: „Nur Felder und Berge.“ Lässt man den überhöhten Alkoholkonsum außer Acht, droht dem Gekidnappten wohl kein Gesundheitsschaden: „Immerhin ist hier ein Ofen drin.“ Die Entführer meldeten sich um 13 Uhr bei unserer Zeitung, Leikermoser sei wohlauf „und hält gerade ein Mittagsschläfchen“. Statt auf Bier hätten ihn die Burschen nun auf Wasser gesetzt. Eine Frage sei allerdings nach wie vor unbeantwortet: Was ist Antenne Bayern ihr Leikermoser als Auslöse wert? „Da wir bis jetzt noch zu keinem Ergebnis gekommen sind, werden wir ihn noch ein wenig hierbehalten müssen“, kündigte Ruhdorfer an. Heute wird’s wohl noch einmal eine Morningshow ohne Morgenmoderator geben.

Sabine Hermsdorf

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