Hoch das Bein: Vor einer düsteren Wolkenkulisse zeigte die Kindergruppe der Siebenbürger Sachsen fröhlich ihre Volkstänze. Foto: Hans Lippert

Ein Maibaum für vier Wochen

Geretsried - Mit der Maifeier der Egerländer Gmoi wurde am Sonntag in Geretsried der Wonnemonat begrüßt - und das im Jubiläumsjahr, denn die Gmoi feiert heuer ihr 60-jähriges Bestehen.

Schon vor dem Morgengrauen waren die Egerländer in den Stadtwald gezogen. Genau an der Stelle, wo das neue Hallenbad entstehen soll, wurde der Maibaum geschnitten und geschöpst. „Wir wollten ja nicht mehr Flurschaden als nötig anrichten. Also war es so etwas wie eine vorauseilenede Rodung“, merkte der Vorsitzende Helmut Hahn augenzwinkernd an.

Der 30 Meter lange Stamm wurde mit Unterstützung der Feuerwehr und anderen tatkräftigen Helfern auf den Platz transportiert und unter den Augen zahlreicher Zaungäste in weniger als 40 Minuten in die Höhe gehievt. Dass die Egerländer das Maibaumaufstellen in einem Zug hinter sich bringen, hat einen entscheidenden Vorteil. „Stehlen kann man unseren Baum so nicht“, sagte Hahn und erklärte, dass man den Stamm auch heuer nach vier Wochen abschneiden wird: „Das ist bei uns so Brauch.“

Am Nachmittag begrüßte der Vorsitzende zusammen mit Bürgermeisterin Cornelia Irmer die inzwischen auf über 700 Köpfe angewachsene Besuchermenge. Begeistert verfolgten sie die Tanzdarbietungen der Egerländer und der anderen Trachtengruppen, darunter die Griechische Gemeinde. Hatte Irmer in ihrer Rede noch darauf gehofft, künftig auch eine Tanzgruppe der Russlanddeutschen begrüßen zu können, überraschten diese mit dem Auftritt einer Kindergruppe. Zur Unterhaltung spielte die Musikkapelle Hartpenning. (cjk)

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