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Wasserspiele: Mit einem hydraulischen Rettungsspreizer, der wegen seines Gewichts an Seilen aufgehängt war, transportierten die Kinder gefüllte Pappbecher.

„Man muss sich nur trauen“

Geretsried - Klettern, spreizen, löschen – das und vieles mehr konnten die Besucher gestern bei der Freiwilligen Feuerwehr Geretsried selbst ausprobieren. Der Tag der offenen Tür war trotz des Dauerregens gut besucht.

Vor der Feuerwache Nord standen fünf Oldtimer geparkt, die vor allem die Herzen der älteren Semester höher schlagen ließen. Löschmeister Alexander Strauß hatte unter anderem einen Mercedes LF 15, Baujahr 1942, organisiert. Das tipptopp gepflegte Auto diente der Eglinger Wehr während des Zweiten Weltkriegs. Was für ein Unterschied, wenn man sich dagegen die modern ausgestatteten heutigen Einsatzfahrzeuge von innen ansieht. Dazu bestand bei Rundfahrten Gelegenheit. An den Spritztouren mit Blaulicht und Sirene hatten die Kleinen großen Spaß.

Auch die Gerätschaften der Feuerwehr konnten begutachtet und getestet werden. Mit einem hydraulischen Rettungsspreizer, der wegen seines beachtlichen Gewichts mit Seilen an einer Vorrichtung befestigt war, konnten die Kinder wassergefüllte Pappbecher greifen und transportieren. Mit dem Schlauch durften sie ein echtes Feuer löschen und auf der Drehleiter in luftige Höhen klettern. Die Gelegenheit, seine Stadt von oben zu betrachten, nutzte auch Bürgermeister Michael Müller, der früher selbst zwölf Jahre lang bei der Geretsrieder Feuerwehr aktiv war. Forsch erklomm er gut gesichert die insgesamt 30 Meter lange Leiter bis etwa zur Hälfte.

Auf reges Interesse stieß auch der von Stefan Hiss geleitete Schnellkurs in Reanimation. Der ausgebildete First Responder zeigte an einer Puppe, wie man eine korrekte Herzdruckmassage durchführt. Diese könne lebensrettend sein, wenn man als Erster an einem Unfallort sei, sagte Hiss. „Man muss sich nur überwinden und trauen.“

Mut beweisen die Männer der Feuerwehr bei jedem Einsatz – ob sie mit Atemschutz in ein brennendes Haus gehen oder Menschen aus ineinander verkeilten Autos schneiden. „Jeder Mensch braucht statistisch gesehen 1,8 Mal in seinem Leben die Feuerwehr“, sagt Kommandant Martin Kagerer. Deshalb sei die Nachwuchsarbeit in dem Ehrenamt so wichtig.

Tony Stodian ist einer der jungen Burschen, die sich für den verantwortungsvollen Dienst bei der Feuerwehr entschieden haben. Der 15-Jährige ist fest bei der Jugendfeuerwehr. Gestern fertigte er für jüngere Kinder Buttons mit Feuerwehrmotiven zum selber Bemalen. Auch er sei an einem Tag der offenen Tür auf die Idee gekommen, zur Geretsrieder Wehr zu gehen, erzählte der Schüler. Wie vielfältig das Aufgabengebiet ist, wurde bei der Modenschau am Nachmittag deutlich: Es gibt Schutzbekleidung nicht nur für Löscheinsätze, sondern auch für Chemieunfälle und zur Wespenbekämpfung.

Von Tanja Lühr

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