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Resolute Jägerin überführt ihn

Mann ballert mit Schusswaffe im Wald – 2700 Euro Strafe

Weil er im Forst bei Egling mit einer Schreckschusswaffe herumgeballert hat, musste sich ein Münchner (39) jetzt vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten.

Egling – Der Mann wurde wegen unerlaubtem Führen einer Schusswaffe und unerlaubtem Besitz einer verbotenen Waffe zu 2700 Euro Geldstrafe verurteilt. Dass der Münchner überführt werden konnte, war vor allem einer resoluten Jägerin aus Thanning zu verdanken, die als Zeugin auftrat. Die Frau hatte am Nachmittag des 19. Dezembers 2015 gerade auf ihrem Hochsitz Platz genommen, als ein dunkelblauer Sportwagen auf dem nahen Forstweg in den Wald hineinfuhr. Wenig später peitschten Schüsse durch die Stille. „Mir war klar, dass die von dem Auto kamen“, sagte die Thanningerin. Sie stieg kurzentschlossen von ihrem Ausguck herunter und marschierte ein Stück in die Richtung Auto. Als der mutmaßliche Schütze und seine Begleiterin sie bemerkten, stiegen sie ins Auto und fuhren los. „Direkt auf mich zu. Ich habe mich in den Weg gestellt, das Gewehr im Anschlag, aber nicht geladen“, erzählte die Jägerin in ihrer Zeugenaussage vor Gericht. Das Auto hielt an, der Mann stieg aus. „Ich habe ihn gefragt, ob’s noch geht, im Wald rumballern“, sagte sie.

Angeklagter sei ab und zu ein bisschen dumm

Der Mann habe erwidert, dass er ab und zu ein bisschen dumm sei und nur für Silvester etwas ausprobiert habe. Nach einigem Hin und Her sei er schließlich weitergefahren. Die Polizei stellte am nächsten Tag am Tatort fünf Patronenhülsen und eine Zielscheibe sicher. Anhand des Kfz-Kennzeichens konnte der angeklagte Münchner als Halter des Sportwagens ausfindig gemacht werden. In der Wohnung des 39-Jährigen wurden mehrere ordnungsgemäß zugelassene Schreckschusswaffen, eine High-Tech-Armbrust sowie eine in Deutschland verbotene Softair-Pistole gefunden. Auf Befragen gab der Mann zu, mit einer Walther P 99 (die es auch als Schreckschusswaffe gibt) im Wald bei Egling geschossen zu haben.

Richter Berger hatte keine Zweifel

In der Verhandlung schwieg der Münchner zu den Vorwürfen. „Wir haben keinen Anhaltspunkt, dass er geschossen hat und ob überhaupt geschossen wurde“, argumentierte sein Verteidiger. „Wir haben nur Ohrenzeugen gehört, die Schüsse interpretiert haben.“ Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Der Richter glaubte vielmehr der Zeugin aus Thanning, die ihren Kontrahenten aus dem Wald im Gericht eindeutig wiedererkannte. Ihr gegenüber hatte er ja alles zugegeben. „Ich habe deshalb keine Zweifel, dass Sie im Wald zwischen Öhnböck und Aufhofen geschossen haben“, sagte Richter Helmut Berger in seiner Urteilsbegründung. Er verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 60 Euro. Das entspricht einer Summe von 2700 Euro.

Von Rudi Stallein

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