Maßvoll in Tempo und Dynamik

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Ebenhausen &#8211; Die ganze Welt feiert, und Icking mittendrin: Dieses Jahr wird die Gemeinde 1200 Jahre alt und teilt sich zudem ihren Geburtstag mit einem Superstar. Denn am Freitag jährte sich der Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart zum 250. Mal, was mit einem großen Sonderkonzert gebührend gefeiert wurde. <P>So viele Gratulanten und Zuhörer waren dazu in die Ebenhauser Kirche gekommen, dass sich das Publikum nicht nur bis an die Türe, sondern auch bis in die Orgelbank drückte. Unter der Leitung von Philip Amelung spielten das Bach Ensemble München und das Münchner Mozart Orchester dessen &#8222;Linzer Sinfonie&#8220; und seine &#8222;Große Messe in c-Moll&#8220;. Wenn heutzutage meist das unterschwellige Konfliktpotenzial in Mozarts Musik ausgelotet wird, verstand sich Amelung als Gegenpol. Bereits zu Beginn erlaubte er sich bei der &#8222;Linzer Sinfonie&#8220; keinerlei interpretatorische Extravaganz, sondern blieb maßvoll in Tempo und Dynamik. <P>Exorbitant schwierige Spitzentöne <P>Dennoch verlieh er den vier Sätzen der C-Dur-Sinfonie präzise Leichtigkeit und Anmut, vor allem, als Oboe und Fagott ihre Solostimmen in vokaler Intensität entfalteten. <P>Höhepunkt des Abends aber war die &#8222;Große Messe&#8220;. Nicht nur Mozarts &#8222;Requiem&#8220;, sondern auch die in den Jahren 1782/83 entstandene Messe ist unvollendet geblieben. Dennoch geriet Amelungs Deutung dieser Komposition logisch und nachvollziehbar, weil sich die Kontrastdramaturgie am Ende rundete: Mächtige Chöre wechselten mit jubilierenden Arien und Duetten ab. Die Begleitfiguren im Orchester wurden zu Symboldeutern und fungierten als Impulsgeber. Trockene und trennscharfe Bläserakkorde akzentuierten die Melodik, und der Chor folgte energiegeladen allen Vorgaben des Dirigenten. Blieb transparent in allen Fugen, klangprächtig im &#8222;Sanctus&#8220;-Jubel und erschrocken flehend im &#8222;Miserere&#8220;. Nur in den blockhaft-dissonanten Stellen wünschte man sich noch etwas mehr Kraft. Großen Anteil am Gelingen des Abends hatte Susanne Winter, die Sopransolistin. <P>Mühelos nahm sie alle exorbitant schwierigen Spitzentöne, die Koloraturen federten, die Melodien leuchteten. Besonders schön auch, dass die Mezzosopranistin so gut zu ihr passte: Josette Michelers elegant-leichter Mezzo harmonierte vor allem im &#8222;Domine Deus&#8220;-Duett so gut, dass dieses nicht, wie sonst so oft, ein brüllendes Wettsingen, sondern engelhafter Wechselgesang war. Schließlich vervollständigten Maximilian Kiener (Tenor) und Christian Hilz (Bass) die Harmonie. Die Zuhörer waren die eigentlich Beschenkten bei diesem virtuosen Geburtstags-Konzert. K Claudia Koestler <P>

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