Steuerte seinen Teil zu einem brillanten Abend bei: das Arirang Quintett. Foto: sabine hermsdorf

Meisterlicher Mozart-Meilenstein

Ammerland - Das Arirang Quintett und Siegfried Mauser haben am Freitag mit einem sommerlich-virtuosen Meileinsteinwerk von Mozart brilliert.

Am 10. April 1784 teilte Mozart seinem Vater per Brief mit, er habe ein Quintett geschrieben, das „außerordentlichen Beyfall erhalten hat; ich selbst halte es für das beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe“. Eine solche Begeisterung seinen Werken gegenüber gibt es selten bei Mozart. Und auch, wenn Eigenlob immer etwas anrüchig ist: Was 228 Jahre später, am Freitag, auf Gut Ried bei den Holzhauser Musktagen zu hören war, ließ Mozarts Überschwang nachvollziehen.

Das „Meisterwerk der Kammermusik aus der Wiener Klassik“, wie es der Präsident der Münchner Hochschule für Musik und Theater, Siegfried Mauser, in seiner Einführung nannte, ist Mozarts Quintett in Es-Dur KV 452. Das erste Werk für vier Bläser und Klavier in der Musikgeschichte. Zugleich markiert es den Umbruch auf dem Weg zum freischaffenden Künstler, in dem sich Mozart befand. „Er versuchte, etwas zu komponieren, das die Wiener mögen würden“, erklärte Mauser: „Etwas, das Kenner zufriedenstellen und Liebhaber nicht verstören würde“.

Ein Urteil, das sich auf die Interpretation vor den rund 80 Zuhörern übertragen lässt. Das lag an der exquisiten Leistung von Jörg Schneider (Oboe), Steffen Dillner (Klarinette), Sebastian Schindler (Horn) und Monika Schneider (Fagott). Bei einem Bläserquintett ist es wie in einer Familie: Alle passen zusammen, doch jeder hat seinen individuellen Charakter. Das Fagott grummelt ein wenig, die Oboe zwitschert, die Flöte ist gelegentlich schnippisch, die Klarinette manchmal frech. Verbindendes Element ist das Horn, das sich nie in den Vordergrund drängt, aber immer präsent ist. cjk

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