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Rede und Antwort standen den Kommunalpolitikern (v. li.) Konrad Daxenberger (Ingenieurgesellschaft Lahmeyer), Robert Hanft (DB Netz AG), Frank Kutzner (Oberste Baubehörde im bayerischen Innenministerium), Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Wolfratshausen), Landrat Josef Niedermaier und Geretsrieds Rathauschef Michael Müller.

S7-Verlängerung

950 Meter lang, 44 Millionen Euro teuer

Wolfratshausen – Bau des Trogs/Tunnels wird „wesentlich“ länger dauern als ein Jahr. In dieser Zeit wird es zu erheblichen Einschränkungen kommen. Gefahrgut-Transporte rollen weiter auf Industriegleis.

Rund 950 Meter lang ist das geplante zweigleisige Trog/Tunnelbauwerk an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen. Das berichtete am Dienstagabend Konrad Daxenberger, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft Lahmeyer in München. Auf einen zirka 200 Meter langen Trog ab Mühlpointweg folgt ein etwa 280 Meter langer Tunnel, an den sich im Süden wiederum ein rund 450 Meter langer Trog anschließt. Das Bauwerk muss laut Daxenberger zweigleisig sein, damit sich in Wolfratshausen zwei Züge begegnen können. Anders ließe sich der im Rahmen des Bahnknoten-Konzeptes des Freistaates angepeilte 15-Minuten-Takt nicht realisieren. Das ist laut Daxenberger der Hauptgrund, warum die vom Wolfratshauser Hans Gärtner konzipierte Lösungsvariante nicht zum Tragen kam. Zwar zollten die Bahn-Planer Gärtner höchstes Lob – doch dessen Entwurf war auf einen eingleisigen Tunnel reduziert.

Erneut geprüft wurde nach Daxenbergers Worten auch eine Tieferlegung der Sauerlacher Straße – unter Beibehaltung der in Wolfratshausen ungeliebten Bahnschranke. 27 Millionen Euro kostet diese Variante unterm Strich. Ihr größter Nachteil: Es müsste sehr viel Grund erworben werden, Enteignungen wären nicht ausgeschlossen, drei Gebäude müssten abgerissen werden. „Technisch möglich“, das betonte Daxenberger mehrfach, sei die Tieferlegung der Sauerlacher Straße indes sehr wohl.

Für den Bau eines Trogs/Tunnels dagegen wäre der zusätzlich anfallende Grunderwerb deutlich geringer. Das Gros der benötigten Flächen gehört der Bahn. Zudem erwarten die Ingenieure positive Auswirkungen hinsichtlich Schallschutz und Umwelt. Kostspielig ist laut Daxenberger allerdings die unverzichtbare „Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs auf dem Industriegleis während der Bauzeit“. Das existierende Industriegleis soll auf dem neuen Tunnel verlaufen – ein unterirdischer Transport der Gefahrstoffe sei ausgeschlossen, stellte Landrat Josef Niedermaier am Dienstag kategorisch fest. Den Trog/Tunnel entsprechend zu ertüchtigen – Stichwort Brandschutz –, sei finanziell nicht darstellbar. Den Erhalt des Industriegleises ist eine unumstößliche Forderung der Stadt Geretsried, die mehrere Firmen nicht von der Rohstoffversorgung abschneiden will. Die Möglichkeit, die Gefahrstoffe von Kesselwagen in Tankzüge umzupumpen, sei „intensiv“ geprüft – und zu den Akten gelegt worden, antwortete Niedermaier auf eine entsprechende Frage der Wolfratshauser CSU-Stadträtin Renate Tilke. Das „hochexplosive Zeugs“ (Tilke) dürfe angesichts höchster Sicherheitsstandards in der Loisachstadt auf keinen Fall umgeladen werden, so der Landrat. Das könne allenfalls auf speziellen Rangierbahnhöfen in München geschehen. Anschließend müsste das Gefahrgut per Lkw, „begleitet von intensivsten Straßensperrungen“ (Niedermaier), nach Geretsried rollen. Das sei finanziell und logistisch keine Alternative, „wir müssen mit dem Thema leben“, konstatierte der Landrat.

Daxenberger machte kein Hehl aus der Tatsache, dass der Bau des 44 Millionen Euro teuren Trogs/Tunnels für die Wolfratshauser mit spürbaren Beeinträchtigungen verbunden sein wird: „Wir haben nichts zu verheimlichen: Es wird zu betrieblichen Einschränkungen des S-Bahn-Verkehrs kommen.“ Der Bahnhof „muss für eine Zeitlang weg“, zwischen der Flößerstadt und dem Haltepunkt Icking müsse ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Wie lange die Arbeiten dauern, dazu will Daxenberger „in der derzeitigen Planungsphase“ nichts Konkretes sagen. Nur so viel: „Wesentlich“ länger als ein Jahr. Nach Hinweis des Wolfratshauser CSU-Stadtrates Peter Plößl versprach Daxenberger, die Verkehrsadern Sauerlacher Straße und Königsdorfer Straße nicht parallel lahm zu legen. Es sei zwar eine große Herausforderung, den Individualverkehr während der Bauzeit durch die Loisachstadt zu leiten, „doch wir werden immer nur eine Straße sperren“. Carl-Christian Eick

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