Ein Mikro, viel Wein und Gesang

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Wolfratshausen/Münsing &#8211; &#8222;Der Kampf mit dem Mikrofon&#8220;, so hätte die musikalische Lesung mit Wolf Euba eigentlich betitelt werden sollen. Denn bevor der BR-Sprecher und Erzähler seinen brillanten Vortrag am Freitagabend beginnen konnte, musste er sich &#8211; ein paar Flüche unterdrückend &#8211; mit einem Mikrofon herumschlagen. Niemand der Veranstalter hatte daran gedacht, dem prominenten Gast ein Mikrofon nebst Ständer zu organisieren. Also wurde das &#8222;technische Dingens&#8220; provisorisch an der Decke mittels eines Bindfadens befestigt. Dies hatte zur Folge, dass es vor Eubas Gesicht hin und her baumelte und ihm mehrmals einen Nasenstüber verpasste. <P>Tränenfeucht und feuchtfröhlich war jedoch der Abend überschrieben. Deshalb hatten Euba und Reiter ein passendes Programm zusammengestellt unter dem doppelsinnigen Motto: &#8222;Weine, weine! nicht&#8220;. Vor dem Drei-Gänge-Menü im Restaurant Bergkramerhof, wo sich eine illustre Abendgesellschaft eingefunden hatte, kam folglich zuerst die Abteilung &#8222;feuchtfröhlich&#8220; dran. Dazu servierte Euba kleine Geschichten von Wilhelm Busch sowie eine Parodie auf Kitschromane von Hedwig Courts-Mahler unter dem Titel &#8222;Lilichens Verlobung&#8220;. Und endlich, während Euba die Geschichte von der Verlobung auf Schloss Felsenhorst, &#8222;wo die Liebe letztlich über den harten Adelsstolz siegt&#8220;, zum Besten gab, bekam auch sein Mikro einen festen Standort und das Elend hatte ein Ende. Zum Glück funktionierte wenigstens bei Maria Reiter, Akkordeonvirtuosin aus Frashausen, die Technik. Was für ein Jammer wäre es sonst gewesen, wenn ihre musikalischen Einlagen wie eine Polka von Schostakowitsch oder der &#8222;Nechledil&#8220;-Marsch von Franz Lehar dieser zum Opfer gefallen wären. <P>Kurt Kusenberg, der von sich selbst einmal sagte: &#8222;Ich kann weiter nichts als ein wenig schreiben und mit den Ohren wackeln&#8220;, war ein Meister der kleinen Form. Von ihm las Euba &#8211; mittlerweile bei der Abteilung &#8222;tränenfeuchtes&#8220; angekommen &#8211; die amüsante Kurzgeschichte &#8222;Wein auf Lebenszeit&#8220;. Der folgte ein kleines Stück von Kurt Tucholsky, indem das Wort &#8222;möpseln&#8220; eine gewichtige Rolle spielt. Den Höhepunkt der Lesung bildete schließlich &#8222;Der verlogene Heurige&#8220; von Alfred Polgar. Der österreichische Autor &#8211; ein genauer Beobachter und Meister der Sprache &#8211; beschreibt darin lupenrein das personifizierte Wienervolksseligenheurigengesicht. K Roswitha Diemer <P>

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