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Manche wollten kaufen, andere schauten sich nur um an den vielen Ständen beim Mineralientag in der Loisachhalle. 

Mineralientag in der Loisachhalle

Mammutzahn, Quarz und Lapislazuli

Bereits vor der Öffnung der Loisachhalle bildete sich am Sonntagvormittag eine lange Schlange im Eingangsbereich. Nicht nur Einheimische, sondern auch Sammler und Interessierte aus ganz Bayern waren früh aufgestanden, um die Kostbarkeiten an den etwa 50 Ständen möglichst früh in Augenschein zu nehmen.

Wolfratshausen – „Ich sammle selbst Steine an der Isar und komme jedes Jahr gerne hierher“, sagt Rita Bauer aus Eurasburg über ihre Leidenschaft. Ein Ehepaar aus Garmisch, das namentlich nicht genannt werden möchte, erstand für 200 Euro einen wertvollen Turmalin-Kristallstein. „Das ist ein Schnäppchen“, weiß Günter Kellermann. Der Händler aus dem mittelfränkischen Feuchtwangen war bereits um kurz vor vier Uhr aus den Federn gekrochen, um rechtzeitig seinen Stand aufbauen zu können. „Ich bin Sammler und stelle bei etwa zehn Mineralienbörsen im Jahr aus“, verrät er. Dass schon am Vormittag so viele Besucher kamen, sei nichts Außergewöhnliches. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, zitierte der Franke ein Sprichwort. Soll heißen: Nach einigen Stunden sind ganz besonders rare und attraktive Stücke vielleicht schon verkauft.

Wie ein Familientreffen

Keine konkreten Kaufabsichten hatte dagegen das Geretsrieder Ehepaar Brigitte und Michael Schlenz. „Wir sammeln selbst im Zillertal und wollen uns nur ein bisschen umschauen“, sagte Michael Schlenz. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der sonst in Ausschusssitzungen unter anderem Bebauungspläne erläutert, geht seinem Hobby schon viele Jahre lang nach. „Hier geht es manchmal zu wie auf einem Familientreffen. Viele Händler kennen sich seit Langem“, erklärt Olgun Schiederer von den Bayerischen Mineralienfreunden. Der Verein organisiert seit 20 Jahren in Wolfratshausen die Mineralientage. Von Anfang an dabei ist Jörg Schlyia, der an seinem Stand Geoden aufknackt. Die Steine aus der West-Sahara enthalten Quarzkristalle und waren für sechs bis zehn Euro zu haben. „Geoden sind erstarrte Gasblasen, die im Vulkangestein entstanden sind und in denen über einen Zeitraum von bis zu 100 Millionen Jahren Mineralfüllungen entstanden sind“, erläuterte Schlyia.

„Die meisten Leute kamen nicht zufällig hierher“

Nur wenige Meter weiter bot Helmut Martin unter anderem einen in Polen gefundenen Mammutbackenzahn an. „Der ist etwa 80 000 bis 100 000 Jahre alt“, schätzt er. Spezialisiert hat sich der Münchner Geologe auf das Sammeln von Fossilien, die zum Teil aus dem Altmühltal bei Eichstätt stammen. Ein erschwinglicher Blickfang waren zudem die an anderen Tischen angebotenen blauen Lapislazuli-Schmucksteine. „Die Leute waren sehr interessiert. Die meisten kamen nicht zufällig hierher“, stellte Händlerin Jutta Lang aus Dillingen zufrieden fest.

Von Peter Herrmann

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