Blumen für eine große Künstlerin: Hollerhaus-Chefin Lia Schneider-Stöckl (re.) mit der Malerin Ljubov Belych.
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Blumen für eine große Künstlerin: Hollerhaus-Chefin Lia Schneider-Stöckl (re.) mit der Malerin Ljubov Belych.

Ljubov Belych im Hollerhaus

Mit außergewöhnlichen Bildern: Kulturtreffpunkt erwacht zum Leben

Ljubov Belych küsst das Hollerhaus wach: Mit einer Jubiläumsausstellung beendet der Kulturtreffpunkt seinen Corona-Schlaf.

Irschenhausen – Die Bilder von Ljubov Belych sind von außergewöhnlicher Intensität. Selbst wenn sie in zarten Pastelltönen gehalten sind, gehen sie über das Auge des Betrachters direkt ins Herz. Egal, ob Portrait, Stillleben oder Landschaftsmalerei, die gebürtige Russin setzt mit ihren Bildern Maßstäbe. Im Hollerhaus ist jetzt ihre Jubiläumsausstellung zu sehen: 30 Jahre Ljubov Belych im Isartal.

Wie Phönix aus der Asche

Lia Schneider-Stöckl über das Hollerhaus

„Wie Phönix aus der Asche“, formulierte Hollerhaus-Chefin Lia Schneider-Stöckl ihre Freude darüber, endlich wieder eine Ausstellung eröffnen zu dürfen. Dass gleich die Jubiläumsausstellung von Ljubov Belych die Pandemie-Pause beende, mache sie besonders glücklich. Schneider-Stöckl beschrieb in ihrer Ansprache den eindrucksvollen Werdegang der nicht nur sehr talentierten, sondern auch durch Fleiß zur Meisterklasse gehörenden Malerin, die seit genau seit 30 Jahren ihr Herz im und ans Isartal verloren hat.

Die Künstlerin blickt auf ein bewegtes Leben zurück

Die junge Malerin kam 1991, kurz nach der Wende, mit einer Gruppe junger Künstler aus St. Petersburg nach Bayern, weil sie zu einer Ausstellung in die Loisachhalle nach Wolfratshausen eingeladen war. Ein junger Mann aus der Gegend sollte diesen Besuch filmerisch festhalten. „Mit filmerisch geschultem Auge sah dieser aber nicht nur mit Begeisterung die einzigartigen Bilder von Ljubov Belych, sondern wohl auch die Künstlerin selbst“, erzählte Schneider-Stöckl. Auch der Künstlerin gefielt der junge Mann mit der Kamera. „Aber sie hatte zu dieser Zeit ganz andere Pläne, war gerade mit dem Studium in St. Petersburg fertig, hatte – zurück in Moskau – ein eigenes schönes Atelier und ihre Karriere hatte gerade begonnen.“ Aber der junge Mann aus Deutschland sei immer wieder gekommen, lernte Russisch und die Geschichte nahm ihren Lauf. Das Paar feiert heuer Silberhochzeit.

Schon mit 13 an die berühmteste Moskauer Kunstschule - und dort zwei Klassen übersprungen

Ljubov Belych lebt seit fast 30 Jahren im Isartal, unterbrochen durch viele Monate im Jahr, die sie in ihrem Atelier in Moskau verbringe. In eine echte Künstlerfamilie hinein geboren, malte sie ihr erstes Ölgemälde mit drei Jahren. Mit gerade 13 bestand sie die Aufnahmeprüfung an der berühmtesten Moskauer Mittelschule für Kunst, übersprang zwei Klassen und machte im Jahr 1975 im zarten Alter von 14 Jahren ihren Abschluss. Nach dem Kunststudium in St. Petersburg (damals Leningrad) und Moskau ging sie an die Akademie der Künste nach Moskau. Seit 1988 ist Belych Mitglied der Künstlerunion Russlands. Sie hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten und ist aufgrund ihrer herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Portraitmalerei Ehrenmitglied der Akademie der Künste in Moskau.

Im Hollerhaus ist jetzt eine treffliche Auswahl ihrer Bilder ausgestellt. Der Bogen spannt sich von früheren Werken wie dem Portrait der jüngerer Schwester bis zu dem „Mädchen mit der Mandoline“, das als Titelbild für die Jubiläumsausstellung gewählt wurde. Es lohnt sich, diesen Bildern Beachtung zu schenken. BETTINA SEWALD

Info

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 25. Juli. Am Samstag, 17. Juli, gibt es zudem ab 19 Uhr ein Sommerkonzert mit der Isartaler Blasmusik. Geöffnet ist die Ausstellung samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 0 81 78/44 08.

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