Große Pläne: In Feldkirchen soll Grüngut nächstens nicht mehr mit Gas, sondern mit Braunkohle getrocknet werden. Das gefällt einigen Molkereien nicht. Foto: red

Molkereien äußern sich skeptisch

Egling - Neben Scheitz beobachten auch weitere Molkereibetriebe die Pläne der Feldkirchner Genossenschaft mit Sorge, das Grünfutter in Zukunft mit Braunkohle statt mit Gas zu trocknen.

Bereits im Mai diesen Jahres hatte die Andechser Molkerei Scheitz sich eindeutig auf die Seite der Bürgerinitiave gegen die Umstellung auf Braunkohlestaub als Brennstoff in der Feldkirchner Trocknungsanlage gestellt (wir berichteten). In der offiziellen Stellungnahme der Geschäftsleitung hieß es, man werde sich sich „mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass die Umstellung der Befeuerung auf Braunkohlestaub verhindert wird“. Denn das kontaminierte Gras, das als Futtermittel für die Kühe verwendet wird, würde so „mit allen enthaltenen Schadstoffen wie Schwefel und diversen Schwermetallen über die Milch in die Nahrungskette gelangen, mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher“.

Ähnlich vehement reagier auch die zertifizierte Biokäserei Anderlbauer in Fraasdorf: „Wir lehnen die Umstellung aufs Schärfste ab“, heißt es in ihrer Stellungnahme, die die Bürgerinitiative nun veröffentlicht. Denn aus der Sicht des Unternehmens gelangten die dabei entstehenden Schadstoffe auf alle Fälle auch ins Gründfutter - „und damit in die von uns zu verarbeitende Milch“. Deshalb, so schreibt Inhaber Johann Huber, werde er seine Milchlieferanten anweisen, auf derartig getrocknetes Futter zu verzichten.

Auch die Naturkäserei „Tegernseer Land“ sieht die Umstellung „sehr kritisch“, wie der geschäftführende Vorstand Hans Leo mitteilt. Drei ihrer Lieferbetriebe waren bis jetzt Kunden der Trocknungsgenossenschaft in Feldkirchen. Bei ihnen seien bereits in der Vergangenheit Proben zur Qualität des Futtermittels gezogen worden. „Das wird auch weiterhin der Fall sein“, schreibt Leo. „Sollten die Grenzwerte bei Schadstoffen und Schwermetallen überschritten werden, werden sie von uns gesperrt“, so Leo. (cjk)

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