"Ab Montag Burgmann Industries"

- Dichtungshersteller ist verkauft

VON CARL-CHRISTIAN EICK Wolfratshausen - Die Verträge sind unterschrieben, das Kartellamt hat keine Einwände - die Burgmann Dichtungswerke sind verkauft. Die neuen Eigentümer kommen wie berichtet von der Bergstraße, das Wolfratshauser Unternehmen wird ein Teilkonzern der Freudenberg und Co. KG in Weinheim.

"Ab Montag heißen wir Burgmann Industries GmbH und Co. KG", sagte Prof. Elmar Baur, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Burgmann-Gruppe, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Für die rund 900 vom Verkauf des Unternehmens betroffenen Mitarbeiter in den Werken Wolfratshausen und Eurasburg "ändert sich gar nichts", betonte Baur. Dafür garantiere zum einen der Erfolg der Burgmann-Gruppe, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 300 Millionen Euro erzielte. Zum anderen sei vertraglich festgehalten, dass der bisherige Verwaltungsrat, der laut Baur "ein Veto-Recht" besitzt, auch künftig tätig sein werde. Baur selber bleibt Vorsitzender der Geschäftsleitung ("Ich werde die Übergangsphase noch eine Weile begleiten"), Dr. Walter Steinbach ein Geschäftsführer von Burgmann Industries. Erweitert wird die Geschäftsleitung um einen Geschäftsführer sowie einen Stellvertreter, die die neuen Eigentümer in die Loisachstadt entsenden. Vom Verkauf unberührt bleibt die Verwaltung des Wolfratshauser Unternehmens: "Freudenberg verfolgt ein dezentrales Organisationsprinzip", sagte Baur, "und wir haben ja auch keinen Wasserkopf."

Baur: "Wir ergänzen uns"

"Es gibt sehr, sehr wenig Überschneidungen", skizziert Baur die Geschäftsfelder von Burgmann und Freudenberg. "Wir ergänzen uns." Das, so glaubt der Vorsitzende der Geschäftsführung, sorge für ein Plus an Wettbewerbsfähigkeit und beuge der Gefahr vor, dass Burgmann ein Ende wie Cyanamid nehmen könnte. In das ehemalige Wolfratshauser Pharma-Unternehmen war vor rund zehn Jahren ein direkter Wettbewerber eingestiegen, der den Betrieb nach und nach liquidierte.

Die Freudenberg-Gruppe, laut Baur "vermutlich das größte Familienunternehmen in Deutschland", beschäftigt in 43 Ländern rund 28 000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund vier Milliarden Euro Umsatz.

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