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Als „Jahrhundertprojekt“ bezeichnete Bürgermeister Michael Grasl den Bau des neuen Bürgerhauses mit Rathaus. Der Infoabend über den bevorstehenden Architektenwettbewerb war gut besucht, jedoch nicht so gut, wie von Grasl erwartet.

Info-Veranstaltung zum Bau von Bürger- und Rathaus 

Klare Vorgaben an die Architekten

Noch vor der Sommerpause soll der beste Entwurf für das kombinierte Bürger- und Rathaus feststehen. Das Wettbewerbsverfahren und der Zeitplan wurden am Montag bei einer Info-Veranstaltung im Gemeindesaal vorgestellt.

Münsing Judith Praxenthaler vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München moderiert den so genannten Realisierungswettbewerb für die Gemeinde. 15 bis 20 Architekturbüros sollen daran teilnehmen. Fünf bis sieben kann die Gemeinde selbst auswählen und einladen. Die übrigen müssen europaweit ausgeschrieben werden, wobei man laut Praxenthaler aber in der Regel keine Bewerbungen aus dem Ausland erhält.

Gebäude soll in den Ortskern passen

Am 27. Februar soll der Gemeinderat in seiner Sitzung die Eckdaten für das neu zu errichtende Bürgerhaus mit Rathaus an Stelle des alten Pallaufhofs festlegen. Die wichtigsten Kriterien sind: Das Gebäude soll in den Ortskern und zur gegenüberliegenden Kirche passen, es muss als zentrales öffentliches Gebäude erkennbar sein, es hat maximal drei Geschosse (rund 14 Meter hoch), es erfüllt modernste technische und energetische Anforderungen und es findet darin alles Platz, was Rathausmitarbeiter, Gemeinderäte und engagierte Bürger in mehreren Workshops und Arbeitskreisen ausgetüftelt haben.

Jetziges Rathaus soll zum „Haus für Kinder“ werden

Das wären für das Bürgerhaus ein Saal mit Bühne von 200 bis 250 Quadratmetern Größe für rund 200 Personen, zwei Mehrzweckräume à 50 Quadratmeter, eine Hausmeisterwohnung à 100 Quadratmeter, ein Foyer, ein Kulturarchiv, sanitäre Anlagen und Lagerräume. Insgesamt werden bis zu 875 Quadratmeter Fläche benötigt. Etwa genauso viel Fläche wird das neue Rathaus brauchen. Bürgermeister Michael Grasl erklärte ausführlich, warum und wofür die Räume dringend benötigt werden. Das jetzige Rathaus will man wie berichtet zum „Haus für Kinder“ umfunktionieren.

Münsinger wünschen sich Tagesbetreuung für Senioren

Mit dem Neubau sollen 52 ober- und unterirdische Parkplätze entstehen. Eine Nahwärmezentrale ist auf dem Grundstück der Feuerwehr vorgesehen. Weil die Gemeinde Wert auf eine schöne Außengestaltung mit Grünflächen, Vorplatz und kleineren Plätzen legt, müssen alle am Wettbewerb teilnehmenden Architekturbüros mit einem Landschaftsarchitekten zusammenarbeiten. Die Büros werden neben einem Entwurf für das neue Bürger- und Rathaus in einem so genannten Ideenteil zudem um Vorschläge für den erst später geplanten Querbau im rückwärtigen, südlichen Teil des Gebäudes gebeten. Wie der Teil genutzt wird, steht noch nicht fest. Viele Münsinger wünschen sich dort eine Tagesbetreuung für Senioren.

Anfang August soll ein Preisgericht über den besten Vorschlag entscheiden

Die Büros haben bis Ende Juni Zeit, Skizzen und Modelle einzureichen. Anfang August, so der Zeitplan, soll ein Preisgericht, bestehend aus renommierten Architekten, dem Kreisbaumeister und Gemeinderäten, über den besten Vorschlag entscheiden. Im Anschluss sollen die Bürger ihre Meinung zu dem Siegerentwurf äußern dürfen. „Der Siegerentwurf muss verwirklicht werden. Das ist Voraussetzung bei einem Realsierungswettbewerb“, betonte Judith Praxenthaler.

Bei der Veranstaltung am Montag hatten die Münsinger Gelegenheit, noch vor der Auslobung des Wettbewerbs ab 27. Februar ihre Anregungen einzubringen. Dies können sie in den kommenden Tagen auch noch mit einer E-Mail an die Gemeinde tun. Mehrere Besucher warnten davor, dass die geplanten 52 Stellplätze nicht ausreichen würden. Josef Leis sagte, schon jetzt sei bei Veranstaltungen im Gemeindesaal „der halbe Ort zugeparkt“.

Nikolaus Mair bat darum, dass das Bürgerhaus ein Holzbau wird. Der Landkreis bestehe zu 52 Prozent aus dem nachwachsenden Rohstoff. Bürgermeister Grasl entgegnete, das müsse der Gemeinderat entscheiden. Judith Praxenthaler riet davon ab, den Architekten das Baumaterial vorzuschreiben. Man könne in die Unterlagen schreiben, dass Holz „gerne gesehen“ wäre.

Tanja Lühr

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