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Spannender Moment: Johann Strobl von der Fischereigenossenschaft Würmsee (li.) und Dr. Ulrich Wunner, Fischereifachberater des Bezirks, haben am Mühlbach 2000 junge See forellen ausgesetzt. 

Gegen das Aussterben

2000 Forellen für den Starnberger See

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Münsing  – Die Forelle im Starnberger See ist fast ausgestorben.  Das muss sich ändern, hat die Fischereigenossenschaft Würmsee beschlossen.

Die Seeforelle soll wieder heimisch werden. Für die Fischer war sie einst ein wahrhaft königlicher Fang: Nicht nur, weil sie bis zu 1,40 Meter lang und 30 Kilogramm schwer wird. Dekrete aus alter Zeit legten fest, dass alle Seeforellen an den Hof des bayerischen Monarchen zu liefern waren.

Um den Fisch wieder im Starnberger See anzusiedeln, wurden kürzlich 2000 Jungfische in den Mühlbach in Münsing eingesetzt. Mit dem Ergebnis ist Dr. Ulrich Wunner überaus zufrieden: „Die Aktion verlief sehr erfolgreich“, resümierte der Fischereidirektor beim Bezirk Oberbayern, der die Aktion fachlich unterstützt hat. „Wir mussten keine einzige tote Seeforelle beklagen.“ Die eingesetzten Fische hätten sich sofort zurecht gefunden. „Nach kurzer Eingewöhnungsphase versteckten sie sich gleich zwischen den Steinen und dem vielen Totholz.“

Fische enorm viel wert 

„Der Seeforellen-Fang sei in den vergangenen Jahren enorm zurückgegangen“, berichtet Johann Strobl. Aus diesem Grund habe die Genossenschaft sich Gedanken gemacht, wie man den Bestand stützen kann. Die Fische seien „wahnsinnig viel wert“, ergänzt Wunner. Sie stammen aus einem Bruthaus am Tegernsee. Etwa 2000 Euro kosten die eingesetzten fingerlangen Tiere, „wenn man sie überhaupt bekommt“.

Die Seeforellen leben in großen, tiefen Alpenseen. Zur Fortpflanzung wandern sie aus dem See zu ihren Laichplätzen, die meist im Oberlauf der Zuflüsse liegen. Dort angekommen, graben sie im Kies sogenannte Laichgruben, in denen sie ihre Eier hineinlegen. Als ein- oder zweijährige Fischlein wandern sie in den See, um dort zu kräftigen Seeforellen heranzuwachsen. Im Alter von vier bis fünf Jahren werden sie geschlechtsreif – und sie ziehen zur Laichablage wieder in die Zuflüsse, in denen sie aufgewachsen sind. „Das ist wie bei Lachsen“, sagt Wunner. Das Problem: Vielerorts wurde ihnen der Rückweg abgeschnitten, weil viele Bäche verbaut wurden. Deshalb gehört die Seeforelle inzwischen zu den bedrohten Fischarten.

Mühlbach als optimaler Lebensraum

Der Mühlbach bietet dagegen einen perfekten Lebensraum. Er ist sehr naturnah und hat viele Versteckmöglichkeiten. Vor einigen Jahren wurde ein Stauwehr entfernt, der die Rückkehr der Fische behinderte. Seither fühlen sich die Seeforellen dort wieder richtig wohl. In vier bis fünf Jahren werden nach Einschätzung von Wunner die ersten größeren Seeforellen im Starnberger See auftauchen. In den nächsten drei Jahren werde die Aktion wiederholt.

pr

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