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Bauruine: Auf dem Gelände der ehemaligen Wiedemann-Klinik soll ein Seniorenwohnstift entstehen. 

Architekten sollen neue Pläne entwerfen

Alles auf Anfang beim Seniorenwohnstift in Ambach 

Der Gemeinderat hat beschlossen, mehrere Architekten mit der Erstellung von Entwürfen für das Seniorenwohnstift in Ambach zu beauftragen.

Münsing Das Verfahren nennt sich „Parallelbeauftragung“ und ist laut Bürgermeister Michael Grasl weniger aufwändig als ein Architektenwettbewerb. Die noch auszuwählenden Büros sind bei der Planung jedoch nicht völlig frei. Sie müssen sich an einige bereits beschlossene Vorgaben halten.

So darf die maximale Wohnfläche nicht mehr als 4377 Quadratmeter betragen, es sollen höchstens 80 Wohnungen entstehen. Der Baumbestand soll geschützt werden, und die Gebäude müssen ein „ortstypisches“ Äußeres erhalten. Aufgrund der zahlreichen Bürgereinwände soll außerdem untersucht werden, ob der Bestand – insbesondere das „Waldschlösschen“ – teilweise erhalten werden könnte und ob sich das Ensemble so gestalten ließe, das es weniger massiv wirkt als im Testentwurf von Städteplaner Christian Weigl. Dieser wird übrigens nicht mit einer neuen Variante ins Rennen gehen. „Er musste doch einiges an Kritik aushalten und will seinen guten Ruf nicht aufs Spiel setzen“, sagte Grasl.

Fachbüro wird Prozess begleiten

Ist der beste Entwurf ausgewählt, wird die Gemeinde einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Grundstück aufstellen, um größtmöglichen Einfluss auf das Projekt zu haben. Ein Fachbüro wird den gesamten Prozess begleiten, das „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) wird sämtliche Kosten tragen. KWA-Vorstandsvorsitzender Horst Schmieder verfolgte die Sitzung als Zuhörer.

Gegen das Vorgehen stimmten Professor Matthias Richter-Turtur (Wählergruppe Ammerland), Ursula Scriba (Bürgerliste), Heinz Schreiner (SPD) und Christine Mair (Wählergruppe Münsing). Richter-Turtur stellte das Seniorenwohnstift erneut generell in Frage. Er würde auf dem Gelände zum Beispiel lieber ein alternatives Wohnviertel sehen. „Die Diskussion, ob oder ob nicht, ist gelaufen. Es geht jetzt um das Wie“, regte sich Helge Strauß (CSU) darüber auf. Die übrigen drei Gemeinderäte hätten sich einen Architektenwettbewerb gewünscht. Mair: „Wir wollen schließlich für Ambach das Beste.“ Ein solcher Wettbewerb war bereits im März mehrheitlich abgelehnt worden.

Mit Kritikern zusammensetzen

Dem Antrag von Fritz Noppes aus der Bürgerversammlung, einen Runden Tisch zum Thema Seniorenstift zu bilden, will der Bürgermeister nachkommen, obwohl er in der Versammlung abgelehnt worden war. Man werde sich gerne mit den Kritikern – der Initiative Ambach und dem Ostuferschutzverband (OSV) – sowie KWA-Vertretern zusammensetzen. Ein Runder Tisch könne viel an Emotionen aus der Diskussion herausnehmen.

Der Rathauschef betonte jedoch, dass zunächst der Gemeinderat die Anzahl der teilnehmenden Architekturbüros und weitere Details festlegen werde. Alle interessierten Bürger hätten die Möglichkeit, die öffentlichen Sitzungen zu besuchen. Heinz Schreiner nannte die Bürgerbeteiligung bei diesem sehr kontrovers diskutierten Vorhaben „absolut wichtig“. Er regte „zeitnah“ einen Runden Tisch an.

Tanja Lühr

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