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Prachtbau: Die Bonsels-Villa gehört zum kulturellen Kernbereich Ambachs. 

Hier wohnte der Schöpfer von „Biene Maja“

Was geht vor sich an der Bonsels-Villa?

Die Bonsels-Stiftung hat den Antrag gestellt, im Garten der Villa ein Wohnhaus samt Atelier zu errichten. Der Ostuferschutzverband ist alarmiert. 

Münsing – Mit dem Neubau eines Wohnhauses mit Atelier im Garten der denkmalgeschützten Waldemar-Bonsels-Villa in Ambach beschäftigt sich der Münsinger Gemeinderat in seiner Sitzung an diesem Dienstag ab 20 Uhr im Rathaus. Im Vorfeld äußert der Ostuferschutzverband (OSV) erneut Bedenken gegen die Pläne.

Einen ersten Antrag auf Vorbescheid hatte auch der Gemeinderat abgelehnt. Die Vorstandschaft des OSV schreibt in einer Pressemitteilung, sie hoffe, dass die Gemeinderäte bei ihrer Entscheidung berücksichtigten, was sie im Rahmenplan für Ambach einst festgelegt haben, nämlich, dass das ehemalige Wohnhaus des Dichters Waldemar Bonsels („Die Biene Maja“) einer der wichtigsten Bausteine im Ortsgefüge Ambachs sei. Zusammen mit der Mutter-Gottes-Kapelle und dem Gasthaus Fischmeister bilde es den städtebaulichen wie kulturellen Kernbereich des Dorfs. Wegen der Blickbeziehungen zwischen offener Landschaft und See müsse der Bereich von jedweder Neubebauung freigehalten werden.

Der Gemeinderat sah dies bei der letzten Abstimmung ebenso. Die Entscheidung liegt jedoch beim Landratsamt. „Sofern das Landratsamt der fragwürdigen Auffassung ist, dass es sich bei dem Gelände zwischen Brosi-Hof und dem Hof der Familie Strobl um Innenbereich handelt, in den das Atelierhaus sich einfügt, fordern wir die Aufstellung eines Bebauungsplans zur Sicherung der Ziele des Rahmenplans“, schreibt der fünfköpfige OSV-Vorstand, dessen Vorsitzende die Gemeinderätin Ursula Scriba (Bürgerliste) ist.

Lesen Sie auch:Die Feierlichkeiten zu 1250 Jahre Ambach

Bürgermeister Michael Grasl erklärt, dass sich die Gemeinde natürlich Gedanken mache um das Bild Ambachs. Es gebe zudem Bedenken wegen des Denkmalschutzes und des Immissionsschutzes. Er persönlich halte den im Westen an Stelle des Anbaus geplanten Neubau auch nicht für gut. „Es ist noch der einzig weitgehend unberührte Bereich. Um den Abriss des Anbaus wäre es allerdings nicht schade.“ Doch der Erlass eines „Verhinderungs-Bebauungsplans“ wäre rechtlich sehr schwer zu begründen, fürchtet Grasl. Ein solches Verfahren berge nicht nur Vorteile, sondern führe in der Regel zu „jahrelangen, unproduktiven, juristischen Auseinandersetzungen“.

Zu dem Gerücht, die Waldemar-Bonsels-Stiftung wolle das Grundstück noch bebauen, um es dann möglichst teuer verkaufen zu können, will sich Grasl nicht äußern. Auch der Vorsitzende der Waldemar-Bonsels-Stiftung, Ralf Kirberg, wollte auf Anfrage unserer Zeitung nichts dazu sagen. Grasl: „Wie sich die Stiftung verhält, ist deren Angelegenheit. Wenn sich jemand nicht willkommen fühlt, könnte er sich zurückziehen.“ OSV-Vorsitzende Ursula Scriba sagt: „Ich kritisiere das Vorgehen der Stiftung, die, statt das Andenken des Dichters zu pflegen, sogar überlegt, die Grabstätte zu verlegen.“ Die Urne Bonsels ist im Garten des Hauses beigesetzt. Die Stiftung gehe offenbar nach rein materiellen Kriterien vor. Tanja Lühr

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