Trapp-Familie, Hans Holt und Ruth Leuwerik
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Die Trapp-Familie mit Ruth Leuwerik als Maria und Hans Holt als Baron Trapp war einer der großen Erfolge des Nachkriegskinos. In einer tragenden Rolle: Friedrich Domin.

Künstlerkolonie Ammerland

Friedrich Domin, ein großer Charakterdarsteller

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Ammerland übt auf Künstler von je her eine große Faszination aus. Hier lebte auch Friedrich Domin (1902 - 1961), der im Nachkriegskino sehr präsent war.

Münsing – „Die Trapp-Familie“ aus dem Jahr 1956 ist einer der erfolgreichsten, wenn nicht der erfolgreichste deutsche Heimatfilm. Er erzählt die – fast wahre – Geschichte der ehemalige Novizin Maria aus Salzburg. Sie heiratet den Witwer Trapp und entdeckt, dass seine Kinder wahre Engelsstimmen haben. Als Trapp sein Vermögen verliert, meistert Maria die Lage zusammen mit den Kindern: Sie gehen auf Tournee. Den – zugegeben ziemlich rührseligen – Film haben einst Millionen Deutsche gesehen. Einer der Schauspieler, in der Rolle von Bankier Gruber: der Wahlammerlander Friedrich Domin.

Friedrich Domin, Schauspieler und Regisseur.

Friedrich Domin wird am 15. Mai 1902 in Beuthen (Oberschlesien) als Sohn eines Gärtners geboren. Zunächst studiert er am Bauhaus bei Walter Gropius Architektur, entscheidet sich 1921 aber für den Schauspielerberuf. Seine Ausbildung erhält er am Max-Reinhardt-Seminar und gibt sein Debüt 1921 in einer Aufführung von Gerhart Hauptmanns „Michael Kramer“. Von 1934 bis zu seinem Tod gehört er zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Ab 1936 ist er als Regisseur tätig, ab 1939 übernimmt er Filmrollen.

Abonniert auf preußische Honoratioren

„Er war auf Ehrfurcht gebietende Honoratioren abonniert, zum Beispiel als Gefängnisdirektor in ,Der Hauptmann von Köpenick‘“ schreibt das Internet-Lexikon Wikipedia. Das prädestinierte ihn für Rollen wie den Bankier in der „Trapp-Familie“, als Reichskanzler Bismarck in „Ludwig II. – Glanz und Elend eines Königs“ oder Hindenburg in „Sauerbruch – Das war mein Leben.“ 1961 erhält er den Bayerischen Verdienstorden.

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Wie der große Mime auf Ammerland aufmerksam wurde, ist unbekannt. Fest steht, dass er in seiner Zeit an den Kammerspielen in der ersten Etage der Villa Max wohnte. 1954 bezieht er sein neues Haus an der Nördlichen Seestraße, gegenüber dem Ammerlander Schloss. Meldeunterlagen existieren in der Gemeinde nicht.  

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