Das Cover des neuen Buches. Der Starnberger See mit seinen Schauplätzen spielt darin eine wichtige Rolle.
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Das Cover des neuen Buches aus dem Bruckmann-Verlag. Der Starnberger See mit seinen Schauplätzen spielt darin eine wichtige Rolle.

Wiedemann-Klinik, Villa Max, Schloss Berg

Neues Buch stellt unheimliche Orte vor - auch solche am Starnberger See

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Zu den unheimlichen Orten in Oberbayern, die ein neues Buch im Bruckmann-Verlag vorstellt, gehören auch drei Orte am Starnberger See.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Geheimnisvolle Plätze, neudeutsch „lost places“, haben offenbar Konjunktur. Buch um Buch erscheint, das Leser zu besonders rätselhaften Orten der Bayerischen Geschichte führt. So auch das Buch von Anne Dreesbach und Laura Bachmann mit dem Titel „Lost und Dark Places Oberbayern: 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte“, erschienen im Bruckmann-Verlag. Drei der 33 Orte liegen am Ostufer des Starnberger Sees: Die Wiedemann-Klinik in Ambach, die Villa Max in Ammerland sowie die Gemeinde Berg, wo der so genannte Märchenkönig Ludwig II. unter bis heute nicht restlos geklärten Umständen ums Leben kam.

Eher ungewöhnlich ist, dass die Wiedemann-Klinik in Münsing Eingang in ein Print-Produkt gefunden hat. Im Internet, speziell auf Youtube, kursieren viele Videos, das war bisher alles. Im Buch wird die Klinik – relativ plakativ – als „Geisterklinik am Starnberger See“ bezeichnet. Einst hätten sich dort Filmstars wie Klausjürgen Wussow oder Harald Juhnke den Quell ewiger Jugend sichern wollen, und zwar in Form einer Frischzellenkur. Doch von dem einstigen Glanz sei nichts mehr zu erkennen. „Was früher glorreich war, ist heute unheimlich.“ Nach mehreren Besitzerwechseln war „endgültig Schicht im Schacht“. Die Weiternutzung – hier muss man den Autorinnen widersprechen – ist aber mehr als ein Gerücht, das Ambacher Seniorenheim ist beschlossene Sache. Immerhin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Gelände von einem Sicherheitsdienst bewacht wird. „Wer unbedingt einen Blick ins Gebäude werfen will, allerdings kein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch riskieren möchte, der sollte sich auf Youtube umschauen.“

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Vom „einstigen Glanz“ ist auch im Zusammenhang mit der Villa Max die Rede. Hier, an der Seestraße in Ammerland, residierte der Maler, eine „schillernde und polarisierende Persönlichkeit, als Maler hochgeschätzt, für seinen Hang zum Übernatürlichen jedoch von einigen Zeitgenossen kritisch beäugt“. Dass die Villa inzwischen das „perfekte Set für einen Horrorfilm“ bieten würde, ist der Besitzerin zu verdanken, die das Haus verfallen lässt und schon mehrfach Abrissanträge eingereicht hat, die jedoch immer abgelehnt wurden. Gut an dem Kapitel: Es zeigt das Grab des Künstlers am Südfriedhof in München und weist die Leser auf die Neue Pinakothek hin, wo das Bild „Der Anatom“ zu sehen ist.

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Nicht ganz so klischeehaft, dafür mit vielen historischen Informationen versehen, ist das Kapitel „Tod im See“ – der von vielen Mythen umrankte Tod von Ludwig II. am Starnberger See 1886. Man erfährt einiges über das Schloss, die Sommerresidenz von Ludwigs Vater Maximilian II. Ebenso über Ludwigs Liebe zu diesem Schloss, das er um einen großen Turm erweitern ließ. Sein Name: Isolde, die dem Dampfer Tristan (und Wagner-Verehrer Ludwig) stets den Weg nach Hause wies. So richtig gruselig wird es einem bei all dem nicht zumute. Höchstens bei dem Hinweis, dass man heute eben dort schwimmen kann, wo einst Ludwigs Leiche gefunden wurde – unterhalb der Votivkapelle.

Info
Anne Dreesbach, Laura Bachmann: Lost & Dark Places Oberbayern, 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte. Bruckmann-Verlag, 160 Seiten, 19,99 Euro.

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