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150 Elsbeeren für einen klimatoleranteren Münsinger Gemeindewald

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Von: Peter Borchers

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Graben für einen klimastabilen Münsinger Gemeindewald: Unter Anleitung von Revierförster Sebastian Schlenz (re.) pflanzten Mitglieder des Gartenbauvereins und des Münsinger Bauhofs 150 Elsbeeren.
Graben für einen klimastabilen Münsinger Gemeindewald: Unter Anleitung von Revierförster Sebastian Schlenz (re.) pflanzten Mitglieder des Gartenbauvereins und des Münsinger Bauhofs 150 Elsbeeren. © AELF

Die Gemeinde Münsing hat 150 Elsbeeren an mehreren Stellen im Gemeindewald pflanzen lassen. Eigentlich ist sie in wärmeren Regionen Europas daheim.

Münsing – Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins unter der Leitung der Dritten Bürgermeisterin Regina Reitenhardt sowie Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs griffen dafür selbst zu Hacke und Schaufel. Fachlich unterstützte die Gruppe Sebastian Schlenz, Revierförster am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen, und zuständig für den Gemeindewald sowie der erfahrene Waldbesitzer und Zweite Bürgermeister Josef Strobl.

Ausgeglichenes Seeklima im Fünfseenland

Ursprünglich daheim ist die Elsbeere, die bis zu 25 Meter hoch werden kann, in den wärmeren Regionen Europas wie in Norditalien, aber auch im Weinbauklima Frankens. Das ausgeglichene Seeklima im Fünfseenland scheint ihnen ebenfalls zu behagen. „Die Bayerische Forstverwaltung hatte im Rahmen eines Projekts der Initiative Zukunftswald Bayern im Gebiet rund um Ammersee und Starnberger See sowie Isar und Loisach etwa 600 Exemplare dieser Baumart gefunden“, schreibt Wolfratshausens Revierförster Robert Nörr in einer Pressemitteilung. Weil sich diese Elsbeeren genetisch von anderen ihrer Art unterscheiden, stellten sie „eine botanische Kostbarkeit“ dar. Das Projekt habe das Ziel, Erhalt und Nachzucht dieser wertvollen Raritäten zu erforschen.

50 der 150 jungen Elsbeeren stammen aus dem Nachzuchtprojekt der Bayerischen Forstverwaltung. Die restlichen 100 wurden dem Gartenbauverein aus dem dafür vorgesehenen Nachlass einer engagierten Münsingerin gespendet.

Baumart kommt gut mit längeren Trockenphasen zurecht

Die Elsbeere gilt als gefragte Mischbaumart im Wald. Ihr Holz ist wertvoll, und sie leistet einen großen Beitrag zur Artenvielfalt im Wald. „Die Frühjahrsblüte sowie die Früchte im Herbst liefern wertvolle Nahrung für viele Insekten und Vögel“, erklärt Förster Sebastian Schlenz. Auch im Hinblick auf den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf den Forst gelte die Elsbeere als interessante Baumart. Sie komme gut mit längeren Trockenphasen im Sommer zurecht, vertrage aber auch Frost im Winter. Das mache sie zur idealen Beimischung im klimatoleranten Zukunftswald.

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Der Münsinger Gemeindewald soll künftig noch vielfältiger und klimastabiler werden. „Mit der heutigen Elsbeeren-Aktion haben wir einen schönen Beitrag dafür geleistet“, bedankte sich Vize- Bürgermeister Strobl deshalb bei allen Anwesenden.  

peb

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