Verwaltungsgericht 

Dauerstreit um Ammerlander Häuschen am See

Drei Gartenhäuschen beschäftigen die Justiz. Bis vor das Bundesverwaltungsgericht sind die Eigentümer gezogen. Der Bürgermeister fürchtet einen Präzedenzfall.

Ammerland – Im Dauerstreit um drei Gartenhäuschen ist weiter keine Lösung in Sicht. Auch der dritte Augenscheintermin durch Richter des Bayerischen Verwaltungsgerichts München brachte keine Entscheidung in dem Konflkt, in dem sich die Eigentümer und der Freistaat Bayern, vertreten durch das Landratsamt als ausführende Behörde, gegenüberstehen.

Außen- oder Innenbereich?

Die drei besagten Gebäude stehen neben einer Villa auf einem weitläufigen Grundstück an der Nördlichen Seestraße in Ammerland. Sie wurden bereits vor rund 30 Jahren als Hütten für Gartengeräte, Fahrräder und anderes errichtet. 2010 fielen Mitarbeitern der Kreisbaubehörde die – in ihren Augen – Schwarzbauten auf. Denn das Landratsamt geht davon aus, dass sie im unbebaubaren Außenbereich stehen.

Den Eigentümern flatterte eine Beseitigungsanordnung ins Haus. Gegen diese Anordnung zogen sie vors Münchner Verwaltungsgericht, in der festen Überzeugung, dass es sich bei dem Standort der Hütten um Innen- und nicht Außenbereich handle. Das Gericht gab den Ammerlandern Recht.

Eigentümer klagen erneut

Dagegen legte das Landratsamt wiederum Beschwerde ein. Das Bayerische Verwaltungsgericht bestätigte die Ansicht der Kreisbehörde, was die Bewohner veranlasste, vors Bundesverwaltungsgericht zu ziehen. Auch dieses sprach sich für den Abriss der Gartenhäuser in Ammerland aus. Das Ehepaar wollte sich damit jedoch nicht abfinden. Es klagt erneut.

Zwei sogenannte Augenscheintermine durch Richter des Bayerischen Verwaltungsgerichts München fanden bereits an der Seestraße statt, ein dritter erfolgte vergangene Woche. Eine Entscheidung fiel bei dem Termin nicht.

Nebengebäude großes Thema am See

Münsings Bürgermeister Michael Grasl sagt auf Anfrage unserer Zeitung, er sehe die Gefahr eines Präzedenzfalls, sollte das Gericht zugunsten der Eigentümer entscheiden. Unerwünschte Nebengebäude seien ein großes Thema am Ostufer des Starnberger Sees. Würde ein Anwohner Recht bekommen, würden andere die einzigartig schöne Landschaft ebenfalls mit vielen kleinen Häusern verbauen wollen und die Gemeinde hätte keine Handhabe dagegen.

Tanja Lühr

Rubriklistenbild: © dpa

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