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Ke ine Pfarrer und trotzdem Experten für die Ewigkeit: (v.li.) Edmund Zehetmair, Martin Klostermaier und Josef Monn auf dem Flurstück Ewigkeit. 

Ein außergewöhnlicher Flurname

Ein Rätsel bis in alle Ewigkeit liegt in Höhenrain

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In Höhenrain gibt es ein Stück Land, das einen seltsamen Namen trägt: Ewigkeit. So heißt die Fläche schon sehr lang. Ewig, möchte man fast sagen. Aber wie kommt es zu der Bezeichnung? Und wie sieht es dort aus? Wir haben einen der Eigentümer und zwei alte Höhenrainer befragt.

Höhenrain/Icking/Münsing – Wo fängt die Ewigkeit an? Wo hört sie auf? Klingt nach einem Thema, über das ein Pfarrer lange predigen könnte. Nicht so Martin Klostermeier, Edmund Zehetmair und Josef Monn. Die Höhenrainer beschränken sich auf die Frage, ob die Ewigkeit vor oder nach der Kuppe anfängt.

Die Ewigkeit ist nämlich ein Stück Land, das man vom Maibaum gut sehen kann, wenn man in Richtung Münsing schaut. Und: Dort stoßen Höhenrain, Icking und Münsing aneinander. Ewigkeit – schon ein sonderbarer Name für eine Flur. Im Kataster der Gemeinde taucht er als solcher jedenfalls nicht auf, wie Bürgermeister Rupert Monn weiß. Man sagt halt so. Wie kommt es dann zu dieser auffallenden Bezeichnung?

Früher war die Flur „ewig weit draußen“

Landwirt Martin Klostermeier, dem dort ein paar Hektar gehören, hat da seine eigene Theorie. Sein Hof mit den grünen Fensterläden liegt direkt am Maibaum. Früher, als das Feld noch mit Ochsen gepflügt wurde, war es „ewig weit draußen“, sagt er. „Heute, mit dem Bulldog, ist es natürlich kein Problem mehr. Aber damals...“ Er verdreht die Augen vielsagend. Der Weg in die Ewigkeit hat ihn in der Jugend offenbar ein paar Schweißtropfen gekostet.

Edmund Zehetmair, Seniorchef des Alten Wirt, war früher Jäger in der Gegend. Er erzählt, dass sich dort nicht nur Rehe und Hirsche getummelt haben. Wenn er morgens oder abends unterwegs war, traf er mitunter auch Menschen, meist zu zweit. „Ein beliebter Treffpunkt für Liebespaare“, sagt er. Es gibt diverse Stadel, es gibt eine Kuppe, es gibt einen Wald. Mancher Höhenrainer war dort gewiss im siebten Himmel. War es vielleicht ein Paar im Liebestaumel, das die Flur getauft hat?

Die Wissenschaft hat eine Meinung dazu

Josef Monn, ehemaliger Landwirt, neigt der Theorie von Martin Klostermaier zu. Er kann sich gut vorstellen, dass man in früheren Zeiten die – heute nahe – Ewigkeit als weit weg empfunden hat. Neuerdings, erzählt er, gibt es dort einen Startplatz für Heißluftballons. „Die blasen sich auf, und dann geht’s auf.“ Quasi eine Himmelfahrt. Insofern ist der Name durchaus passend.

Die Wissenschaft hat übrigens eine Meinung dazu. Gelehrte haben festgestellt, dass der Flurname Ewigkeit hin und wieder vorkommt. Dr. Reinhard Bauer vom Verband für Ort- und Flurnamenforschung erklärt, dass der Begriff aus uralten Zeiten stammt. Mit dem Begriff Ewigkeit wollte der ursprüngliche Eigentümer sichergehen, dass das Land für alle Zeiten, also ewig, im Besitz bleibt, es konkret nicht an die Kirche verkauft wird. Martin Klostermeier bezweifelt diese Theorie. „Hier hat die ganze Gegend immer schon Klöstern gehört, Beuerberg, Schäftlarn, Tegernsee“, sagt er. „Nein, da täuscht sich die Wissenschaft.“

Zwei Minuten bis zur Ewigkeit

Nach so viel Theorie wird es Zeit für die Praxis. Wir fahren zur Ewigkeit, sie ist exakt zwei Autominuten entfernt. Wer sie sehen will: Auf dem Weg von Höhenrain nach Münsing ist es die erste Abfahrt nach links, den Straßfeldweg bis ans Ende. An besagter Kuppe bleiben wir stehen. Rechts oben der Eichelberg, wo immer die Johannifeiern stattfinden. Geradeaus der Wald Richtung Münsing. Links ein Stück von der Autobahnbrücke der A 95. Hinter uns die Windräder, die man von hier aus gut sehen kann. Und dazwischen einige Pferdekoppeln. Ein schöner Flecken Erde, diese Ewigkeit. Aber alles in allem doch ziemlich irdisch.

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