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Biografie: Der Biene-Maja-Erfinder Bonsels aus Ambach

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Vater der Biene Maja: Waldemar Bonsels. Fotos: red
Vater der Biene Maja: Waldemar Bonsels © red

Ambach - Bernhard Viel zeigt den Erfinder der Biene Maja, Waldemar Bonsels, als eine ambivalente Persönlichkeit. Ein Blick ins Buch „Der Honigsammler. Waldemar Bonsels, Vater der Biene Maja“.

In seiner Biografie zeigt Bernhard Viel den Erfinder der Biene Maja, Waldemar Bonsels, als eine ambivalente Persönlichkeit der deutschen Kultur- und Ideengeschichte. Unter dem Titel „Der Honigsammler. Waldemar Bonsels, Vater der Biene Maja“ ist im Dezember 2015 die erste dem Verfasser des Kinderbuchklassikers „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ gewidmete Biografie im Verlag Matthes & Seitz erschienen. Auf 444 Seiten geht der Literaturwissenschaftler Bernhard Viel den Ambivalenzen von Bonsels literarischer Karriere sowie den ästhetischen und politischen Positionen des heute wohl unbekanntesten der deutschen Bestsellerautoren nach.

Obwohl Bonsels, der in Ambach lebte, seit dem Erscheinen seines Biene Maja-Romans im Jahr 1912 bis weit in die Nachkriegsjahre ein äußerst produktiver und vielgelesener Schriftsteller war, findet er heute – sowohl in der Literaturwissenschaft als auch beim Lesepublikum – wenig Aufmerksamkeit. Zum zentralen Grundzug von Bonsels Persönlichkeit erklärt die Biografie seinen Opportunismus: Geschickt auf die Nachfrage des literarischen Marktes reagierend, wusste sich der 1880 in Ahrensburg geborene Bonsels in der Tradition der großen deutschen Dichter der Klassik und Romantik zu inszenieren und somit den Lesegeschmack des mittelständisch-bildungsbürgerlichen Publikums zu bedienen. Zwar in einem den konservativen deutschnationalen Werten verpflichteten Elternhaus aufgewachsen, hat sich der Autor und Verleger grundsätzlich als unpolitisch bezeichnet. Weltanschauliche und politische Anpassungsfähigkeit machten aus ihm im Dritten Reich einen Opportunisten, der Führerfiguren in seinem literarischen Werk imaginierte und nationalsozialistische sowie anti-semitische Positionen in seinen publizistischen Texten affirmierte.

Bernhard Viels mehr als dreijährige Recherchearbeit wurde von der Waldemar-Bonsels-Stiftung unterstützt. Der Autor hat umfangreiche Quellen nicht nur aus dem in der Münchner Monacensia verwahrten literarischen Nachlass Bonsels’ ausgewertet, sondern auch Material aus dem Münchner Stadtarchiv, dem Stadtarchiv Ahrensburg, dem Hessischen Landesarchiv und der Staatsbibliothek zu Berlin einbezogen. Die 1977 gegründete Stiftung mit Sitz in München ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts, die sich neben der Pflege des literarischen Erbes ihres Namensgebers auch für eine kritische und fundierte Aufarbeitung seiner Arbeits- und Wirkungskontexte einsetzt. So initiierte die Stiftung beispielsweise im Jahr 2011 eine wissenschaftliche Tagung im Literaturhaus München, aus der der 2012 im Harrassowitz Verlag veröffentlichte interdisziplinäre Sammelband „Waldemar Bonsels. Karrierestrategien eines Erfolgsschriftstellers“ hervorging. Die Unterstützung der Produktion und Vermittlung von Kinder- und Jugendliteratur, die Leseförderung und die Förderung von Forschung und Lehre in der Buch- und Medienwissenschaft sind weitere Schwerpunkte in der Förderarbeit der Stiftung.

Infos zum Buch

„Der Honigsammler. Waldemar Bonsels, Vater der Biene Maja“ (444 Seiten, 24,90 Euro) ist im Berliner Verlagshaus Matthes & Seitz erschienen.

red

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