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Ähnlich wie beim Rupertihof in Rottach-Egern will die KWA auch in Ambach planen.

Fakten gegen Gerüchte

Das ist auf dem Wiedemann-Grundstück wirklich geplant

Münsing – Ein Wohnstift, in dem sich alte Menschen wohlfühlen: Bei einem Pressegespräch stellten sie kürzlich einige der 16 Wohnstifte von KWA vor.

Ein Wohnstift, in dem sich alte Menschen wohlfühlen, von dem die Bevölkerung Münsings in vielerlei Hinsicht profitiert und das sich „bestmöglich in die Landschaft einpasst“. So preisen Horst Schmieder und Dr. Stefan Arend, die Vorsitzenden des „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA), ihr geplantes Projekt auf dem Wiedemann-Grundstück in Ambach an. Bei einem Pressegespräch stellten sie kürzlich einige der 16 Wohnstifte von KWA vor.

Gleichzeitig widersprachen sie den kursierenden Gerüchten zum Vorhaben in Ambach. Als Beispiel, wie die dort geplante Anlage aussehen könnte, zeigten die beiden Vorsitzenden sowie Pressesprecherin Sieglinde Hankele Bilder vom Rupertihof in Rottach-Egern am Tegernsee. Dort gibt es 105 Wohnungen in Häusern mit Erdgeschoss und einem bis zwei Stockwerken. Etwas Ähnliches schwebt den Betreibern für Ambach vor. „Die erste Planung, die lediglich der Massenermittlung diente, wird auf einer Website immer noch als angeblich aktuelle Planung abgebildet“, sagt Schmieder mit Blick auf die Seite der „Initiative Ambach“. Mittlerweile sei nicht mehr von 90 Wohnungen, sondern von 80 bis 85 die Rede. „Sobald wir konkrete Entwürfe haben, werden wir sie im Gemeinderat vorstellen“, sagt Dr. Arend. Zuvor müsse die Gemeinde jedoch einen Bebauungsplan aufgestellt haben. Dass das Gelände unbebaubarer Außenbereich sei, wie vom Ostuferschutzverband behauptet, stimme nicht, sagen die beiden Vorsitzenden.

Infos aus erster Hand boten die KWA-Vorsitzenden Horst Schmieder (li.) und Dr. Stefan Arend.

KWA baue und betreibe seit 50 Jahren als gemeinnütziges Sozialunternehmen mit Sitz in Unterhaching Seniorenwohnstifte. Keine seiner Wohnungen habe das Kuratorium bislang verkauft, es handle sich also keineswegs um Spekulationsobjekte. Die Miete für ein kleineres Apartment betrage 1900 Euro inklusive Mittagessen. Weitere Leistungen wie Frühstück, Abendessen und Pflege könnten hinzu gebucht werden. Es sei zwar richtig, dass KWA als gemeinnütziges Unternehmen keine Gewerbesteuer zahle. Dennoch werde Münsing wirtschaftlich profitieren. Bei allen Bauvorhaben der vergangenen Jahre seien örtliche oder regionale Bauunternehmen und Handwerker zum Zug gekommen. KWA werde auch beim Wohnstift Ambach nicht europaweit ausschreiben. „Das brauchen wir nicht“, betont Horst Schmieder.

Beim laufenden Betrieb werde man soweit als möglich auf die örtlichen Handwerker zurückgreifen. Die Münsinger Geschäfte und Gasthäuser würden ebenfalls profitieren. Durch den Rupertihof in Rottach-Egern hätten 2015 die Bäcker, Gärtner, Metzger, Dienstleister und die Stadtwerke mehr als 200 000 Euro Umsatz gemacht. Bei den Bauunternehmern und Handwerkern seien es 2,3 Millionen Euro gewesen. „Sollten sich Pflegefachkräfte aus Münsing und Umgebung bewerben, stellen wir sie natürlich gerne ein“, betont Schmieder. In Küche, Service, Verwaltung, Garten und Reinigung würden ebenfalls Arbeitsplätze geschaffen. KWA geht von 100 Stiftbewohnern und 50 Voll- und Teilzeitstellen aus.

Wichtig ist den KWA-Vorsitzenden, die Funktion eines Wohnstifts deutlich zu machen. Es sei kein Heim und keine reine Wohnanlage. Jeder Bewohner habe seine eigenen vier Wände, mit eigenen Möbeln und, wenn er wolle, sogar Haustieren. Die Gemeinschaftsflächen – sie machen 50 Prozent aus – dienten der Begegnung, aber auch der Öffnung für Besucher. Für die Bevölkerung sei eine Tagespflege angedacht, in der zum Beispiel Demenzpatienten stundenweise betreut werden könnten. Laut Dr. Stefan Arend gibt es bereits erste Anfragen von Menschen, die im Ambacher Wohnstift leben möchten – auch aus dem Landkreis.

von Tanja Lühr

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