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Erst drängelte er, dann schlug er zu: Ein Ottobrunner musste sich vor Gericht verantworten. 

Drängler aus Ottobrunn tickt aus

Faustkampf an der Autobahn

Wer kennt sie nicht, die Drängler auf der Autobahn? Der Fall eines solchen (Geschäftsmannes), der noch dazu seinem Kontrahenten einen Faustschlag versetzt hat, ist kürzlich vor Gericht verhandelt worden. Die Strafe: 11.250 Euro.

Berg – Das Drama begann im Bereich Berg auf der Autobahn A 95 und endete deshalb in der Zuständigkeit des Amtsgerichts Starnberg: Ein 48-jähriger Unternehmensberater aus Ottobrunn musste sich dort wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Er hatte im August 2016 einem 54-jährigen Mann aus Ebenhausen mit einem Fausthieb die Nase gebrochen. Vorausgegangen war offenbar eine brenzlige Verkehrssituation auf der Autobahn, in die der Audi des Angeklagten und der Fiat Ducati des Opfers verwickelt waren.

Beide arbeiten als Unternehmensberater, beide gaben vor Gericht an, dass sie nach dem Geschehen an der Ausfahrt Schäftlarn angehalten hatten. Das war dann aber auch schon die einzige Übereinstimmung. Der Ottobrunner wollte den Ebenhauser „über sein Fehlverhalten aufklären“, wie er sagte. Dieser sei nämlich „auf völlig leerer Autobahn mit 120 links gefahren, obwohl rechts alles frei war“. Der Ebenhauser wiederum erklärte, die A 95 sei am Himmelfahrts-Wochenende ziemlich bevölkert gewesen, als der Audi von hinten „mit vermutlich 200“ herangerauscht gekommen sei und bereits von weitem Lichthupe gegeben habe. Er habe es mit der Angst bekommen, weil der Hintermann sehr dicht aufgefahren sei und immer wieder aufgeblendet habe. „Ich konnte wegen des dichten Verkehrs gar nicht so schnell auf die rechte Spur wechseln“, so der Fahrer eines Fiat-Transporters.

Der Drängler hat ein einschlägiges, imposantes Vorstrafenregister

Als er dann die Ausfahrt Schäftlarn nach Hause nehmen wollte, habe der Audi beinahe auch noch rechts überholt. Der Ottobrunner sei dann erneut nach links gewechselt und habe ihn in der Ausfahrt regelrecht abgedrängt und anschließend zum Stoppen gezwungen. Danach sei der Audi-Fahrer ausgestiegen und offenbar wütend auf ihn zugekommen: „Ich bin im Wagen sitzen geblieben und habe verriegelt, der Mann hat dann draußen gegen den Außenspiegel getreten.“ Danach sei er doch noch ausgestiegen, berichtete der Ebenhauser. Der Angeklagte habe in dem Moment sofort mit der Faust zugeschlagen: „Fünf bis sieben Schläge ins Gesicht.“

Die damals im Auto sitzende Ehefrau des als Nebenkläger auftretenden Geschädigten bestätigte die Schläge. Die Frau des Ottobrunners, damals Beifahrerin, stützte dessen Notwehr-Version: „Der kam auf mich zu und verpasste mir einen Kopfstoß gegen die Augenbraue – ich habe mich nur gewehrt, es war ein Abwehrreflex“, behauptete der 48-Jährige, der sich bei dem Ebenhauser immerhin für das Ausmaß der Verletzungen entschuldigte. Der Geschädigte musste sich an der Nase operieren lassen und hatte in Folge früherer Nebenhöhlen-OPs durch den Fausthieb erhebliche Schmerzen erlitten, wie er berichtete.

Richterin Brigitte Braun verurteilte den im Straßenverkehrsregister schon mehrfach auffällig gewordenen Ottobrunner zu 150 Tagessätzen zu je 75 Euro, also 11 250 Euro Geldstrafe. „Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass hier Vorsatz vorliegt“, sagte sie. Thomas Lochte

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