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Anschaulich demonstrierte die Feuerwehr, was passiert, wenn man brennendes Fett mit Wasser löscht. 

Paula löscht das Papphaus

Feuerwehr Ammerland: Tag der offenen Tür begeistert Besucher

Zum ersten Mal seit rund zehn Jahren hat die Feuerwehr Ammerland wieder einmal einen Tag der offenen Tür durchgeführt. Das spannende Programm lockte zahlreiche Besucher ins Feuerwehrhaus.

Ammerland – Vor etwa zehn Jahren hat die Ammerlander Feuerwehr zuletzt einen Tag der offenen Tür durchgeführt. Entsprechend groß war das Interesse der Besucher am Sonntag, als der Vereinsvorsitzende Matthias Zündorff und seine Kameraden erneut die Tore des Feuerwehrhauses öffneten und auf der abgesperrten Hauptstraße zu verschiedenen Aktionen einluden.

Beliebt bei den Kindern war das Löschen. Mit dem Wasserstrahl aus dem Druckschlauch mussten sie auf die Fenster eines Papphauses zielen, hinter denen Pappflammen aufstiegen. Trafen sie, verschwand das Feuer. Die kleine Paula konnte gar nicht genug davon bekommen. Geduldig half ein Feuerwehrmann ihr immer wieder, den schweren Schlauch zu halten. Auch die Runde mit dem Einsatzfahrzeug über den Höhenweg, durch das Wohnviertel und zurück zur Hauptstraße machte den jüngsten Besuchern riesigen Spaß.

Spektakuläre Fettexplosion

Für Klein und Groß spektakulär war die Fettexplosion. Eindrucksvoll wurde gezeigt, was passiert, wenn man versucht, brennendes Fett mit Wasser zu löschen. Dann gibt es einen Knall, eine Stichflamme und jede Menge Rauch. „Man sollte immer versuchen, das Feuer mit einer Decke oder ähnlichem zu ersticken“, erklärte Matthias Zündorff.

An der Wand des 1898 erbauten Ammerlander Feuerwehrhauses durften die Kinder klettern. Stephan Vogt, der kürzlich einen Abseilkurs besucht hat und auch privat klettert, sicherte die Mädchen und Buben mit Gurt und Seilen – eine spannende Erfahrung, so in der Luft zu baumeln.

Wie bedient man einen Feuerlöscher richtig? 

An die Erwachsenen richtete sich ein Training im Umgang mit dem Feuerlöscher. Denn im Notfall muss es schnell gehen. „Man sollte dann nicht erst die Gebrauchsanweisung studieren müssen“, findet Zündorff. Im Haus wurde mit einer Rauchmaschine demonstriert, wie wenig die ausgebildeten Atemschutzträger bei Rauch sehen können.

Stolz ist der Vereinsvorsitzende auf die historischen Gerätschaften der bereits 1873 gegründeten Wehr: die alte Holzleiter von 1909, die nur noch als Ausstellungsstück dient, und die Magirus Motorspritze von 1935. Sie war seinerzeit die erste im Oberland und funktioniert noch heute. „Während des Kriegs haben die Ammerlander zwei Ochsen vor den Spritzenwagen gespannt und sind nach München gefahren, um die Brände nach den Bombenangriffen zu löschen“, weiß Zündorff aus Erzählungen.

Interessant für Feuerwehrleute und Technikfreunde: die ausgestellten Funkgeräte aus den 1960er-Jahren, im Vergleich dazu die moderneren, analogen Piepser und die ganz aktuellen Digitalfunkgeräte. Alle 40 aktiven Kameraden seien inzwischen im Umgang mit ihnen geschult, sagt Zündorff. Nachwuchssorgen habe die Ammerlander Wehr eigentlich keine: „Es ist fast eine Tradition, dass die einheimischen Fischer, Bauern und Handwerker seit Generationen zur Feuerwehr gehen.“

Tanja Lühr

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