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Gut besucht war der Diskussionsabend zum geplanten Seniorenwohnstift. 

Seniorenwohnstift in Ambach 

Gegner wollen Projekt weiterhin kippen

Mit aller Macht wollen einige Münsinger verhindern, dass das „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) in Ambach ein Seniorenwohnstift in der geplanten Größe baut. „Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie“, sagte Sebastian Wiedemann, Sprecher der Initiative Ambach, bei einem Diskussionsabend.

Münsing Wiedemann, von Beruf Architekt und Enkel des Gründers des gleichnamigen Sanatoriums, präsentierte bei der Versammlung im Gasthaus Limm rund 40 Besuchern erstmals seine Idee, wie auf dem Gelände ein Seniorenwohnstift realisiert werden könnte. Das große, vierstöckige „Panorama“-Haus soll erhalten und saniert werden. Dort könnten fast alle Mietwohnungen untergebracht werden. Insgesamt würde man jedoch nicht wie von KWA gewünscht 80, sondern maximal 60 Apartments für Senioren schaffen. Ebenso erhalten werden soll nach dem Willen Wiedemanns das „Waldschlössl“-Haus, das der Anlage als alte Ambacher Villa Charme verleihen würde. Neu bauen könnte man gegenüber dem Panorama-Haus zwei zweistöckige Gebäude mit Dachgeschoss. Wiedemann würde auf das Schwimmbad verzichten. Durch die geringere Anzahl an Apartments bräuchte man auch weniger Gemeinschaftsräume, weniger Parkplätze und weniger – schwer zu findendes – Personal.

Entwurf soll falsche Zahlen enthalten

Die Initiative Ambach und der Ostuferschutzverband (OSV) wollen verhindern, dass die Gemeinde auf der Grundlage des Testentwurfs von Architekt Christian Weigl weiter plant, wie Anfang März mehrheitlich vom Gemeinderat beschlossen. Wiedemann ist bei Nachberechnungen zu dem Ergebnis gekommen, dass der Entwurf falsche Zahlen und Angaben enthält. Es werde zum Beispiel wesentlich mehr Fläche überbaut als beim ehemaligen Sanatorium, sagt er. Wiedemann zog einen Vergleich: „Es ist, als würde man einen Bauantrag für ein Haus einreichen, bei dem man nur die Quadratmeter für die Schlafzimmer angibt, Küche, Wohnzimmer, Bad und alles andere aber weglässt.“

Ursula Scriba, Bürgerlisten-Gemeinderätin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbands (OSV) erklärte, sie wolle sich dafür einsetzen, dass Wiedemann seine Berechnungen dem Gemeinderat präsentieren darf. Ihr Kollege Prof. Dr. Matthias Richter-Turtur kündigte an, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Alle Gemeinderäte waren zu der gemeinsamen Veranstaltung der Initiative Ambach und des OSV eingeladen worden. Außer Scriba, Richter-Turtur und Heinz Schreiner, die dagegen votiert hatten, den Testentwurf weiterzuverfolgen und sich stattdessen einen Architektenwettbewerb gewünscht hätten, war niemand erschienen.

Informationsveranstaltung steht vor der Tür

Nach Meinung Wiedemanns ist es noch nicht zu spät, das Projekt in der geplanten Dimension zu kippen. Es sei noch kein Bebauungsplan aufgestellt worden. „Es besteht noch die Chance auf einen Wettbewerb“, sagte er. Ein Wettbewerb wäre „transparent“. Er würde „unterschiedlichste Lösungsansätze“ erbringen. Bezahlen müsste ihn KWA als Investor.

Der Vorsitzende des Sozialunternehmens, Dr. Stefan Arend, saß ebenfalls unter den Zuhörern und machte sich eifrig Notizen. Die Frage eines Besuchers, ob KWA bereit wäre, kleiner und weniger als 80 Wohnungen zu bauen, wollte Arend an dem Abend nicht beantworten. Er verwies auf die Informationsveranstaltung von Gemeinde und KWA am 24. April, wo man das Projekt noch einmal in aller Ausführlichkeit vorstellen wolle.

Von Seiten der Bürger kamen auch weniger konstruktive, feindselige Kommentare. „Was dort gebaut wird, braucht kein Mensch“, sagte der Münsinger Theo Peter. Er würde die Sanatoriums-Ruinen abreißen und das Grundstück grün lassen.

Tanja Lühr

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