Schlick und Schlamm: Der Degerndorfer Weiher ist in keinem guten Zustand. Das soll sich ändern. Foto: hermsdorf

Sanierung steht bevor

Gemeinde Münsing kauft den Degerndorfer Weiher

Münsing - Die Familie Bierbichler überlässt der Gemeinde Münsing den Degerndorfer Weiher, einen künstlichen See, zum fairen Preis. Jetzt steht die Sanierung bevor.

Die Gemeinde hat den Degerndorfer Weiher gekauft. Das teilt Bürgermeister Michael Grasl mit. Die Ambacher Familie Bierbichler, die den Degerndorfer Weiher über Jahrzehnte bewirtschaftete, habe im Rahmen eines Notartermines noch im Dezember die etwa 2500 Quadratmeter große Fläche in die Hände der Gemeinde und damit der Degerndorfer gegeben.

Die Geschichte der ursprünglich drei Weiher in Degerndorf ist in der Häuser- und Familienchronik von Walter Holzer aus dem Jahre 1997 beschrieben. Der Weiher hatte für seine jeweiligen Besitzer, insbesondere das Kloster Beuerberg und die Familie Bierbichler, eine hohe Bedeutung. Er diente der Aufzucht von Fischen, was stets mit viel Arbeit und Pflege verbunden war. Die Fische lieferten dem Kloster und der Gastwirtschaft eine wichtige Ergänzung im Speiseplan. „Durch den Verkauf des Weihers ermöglicht die Familie Bierbichler der Gemeinde die Wiederaufnahme einer Bewirtschaftung in Zusammenarbeit mit interessierten Bürgern“, kündigt Grasl an.

Die Gemeinde habe damit auch die Möglichkeit, den Wasserstand und sinnvolle Maßnahmen zur Rückhaltung und Vermeidung von Hochwasser in Zusammenhang mit dem Lüßbach und dem Damm auf Gemeindegrund zu steuern. Ein staatlich bezuschusstes Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept liege der Gemeinde bereits vor. Hier gehe es insbesondere um die Sicherung des Damms. „Wir werden uns jetzt mit Fachleuten zusammentun, um eine ideale Bewirtschaftung zu finden und dabei natürlich die Bevölkerung einzubinden versuchen“, teilt der Bürgermeister mit.

Der Weiher ist im Moment stark verschlammt und lädt durch den Bewuchs im Sommer kaum mehr zum Baden und Schwimmen ein. Vor Jahren hatte die Gemeinde bereits mit Degerndorfer Bürgern unter Zuhilfenahme eines Mähbootes einen Teil des Bewuchses entfernen lassen. Das war damals eine umfangreiche Bürgeraktion. Der Weiher war eine Zeitlang ohne Wasser, und die Gemeinde hatte vergeblich versucht, den meterhohen Schlamm mit schwerem Gerät aus dem Weiherbett zu schaffen. Grasl: „Wir hoffen auf weitere Maßnahmen dieser Art, damit der Weiher vor Verlandung geschützt wird.“

Der Degerndorfer Weiher spielt auch eine wichtige Rolle in einer Gewässerkette: Der Lüßbach, der bei Haidach entspringt und dann über den Sonderhamer Weiher in den Degerndorfer Weiher fließt, mündet bei Percha in den Starnberger See. Diese Kette will die Gemeinde intakt halten und durch regelmäßige Säuberungsaktionen von Fremdkörpern befreien. Insbesondere bei Weipertshausen und Schwabbruck komme es durch das Dammbauwerk, welches Berg und Starnberg vor Hochwasser schützen soll, immer wieder zur Anlagerung von Plastikmüll, berichtet Grasl. Dies mache auch der Gemeinde Sorgen.

Die Degerndorfer werden sich über den Kauf und die geplante Sanierung des Weihers freuen. Auf ihrem Dorfweiher fanden früher oft von den Burschen organisierte Gaudiregatten oder Winterfeste mit Stockschießen und Schlittschuhlaufen statt. „Er gehört einfach zum Dorf, und darum freut mich dieser Erwerb für einen symbolischen und äußerst fairen Preis ganz besonders“, so Grasl.

von Tanja Lühr

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