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Ein trauriger Anblick: Das Gelände der ehemaligen Wiedemann-Klinik in Ambach.

Ehemaliges Wiedemann-Gelände 

Gemeinderat will Seniorenwohnstift in Ambach

Der Münsinger Gemeinderat bleibt dabei: Er geht den aufwändigen Weg eines beschränkten Architektenwettbewerbs (sogenannte Parallelbeauftragung) für ein Seniorenwohnstift in Ambach. 

Münsing – Bei drei Gegenstimmen entschied das Gremium am Dienstag, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das ehemalige Wiedemann-Gelände aufzustellen und einen Eckdatenbeschluss zu fassen, in dem die wichtigsten Vorgaben für ein Wohnstift festgesetzt sind. Wie berichtet sollen die neuen Gebäude nicht größer werden als die bestehenden Sanatoriums-Gebäude. Es dürfen nicht mehr als 80 Wohnungen entstehen. Die Architektur soll ortstypisch sein und der Baumbestand so weit wie möglich erhalten bleiben.

Vier Architekten werden mit Alternativplanungen beauftragt

Um eine bessere Lösung als den bereits vorgestellten „Testentwurf“ des Büros Goergens und Miklautz zu erhalten, werden vier Architekten mit Alternativplanungen beauftragt. Zwei darf das „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) benennen, zwei die Gemeinde. Die Entwürfe werden anonym bei der Gemeinde eingereicht, die diese an Fachberater – Mitarbeiter des Landratsamts, des Landesamts für Denkmalpflege, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten – weiterleitet. 

Nach deren Prüfung und Stellungnahme werden Bauausschuss und Gemeinderat in mehreren Workshops mit einem unabhängigen Moderator über die Vorschläge diskutieren, bevor die Architekten ihre Ideen persönlich präsentieren. Hat sich der Gemeinderat für einen Entwurf entschieden, wird die Öffentlichkeit im Rahmen des üblichen Auslegungsverfahrens beteiligt. Der Gemeinderat behalte das Heft in der Hand. Dabei werde er professionell begleitet, fasste Bürgermeister Michael Grasl zusammen.

Plan B der KWA pro forma abgesegnet

Professor Matthias Richter-Turtur (Wählergruppe Ammerland) stimmte gegen das Vorgehen. „Es besteht überhaupt keine Veranlassung, einen solchen Aufwand für eine Luxus-Wohnanlage zu betreiben“, sagte er. Mit dem Bau einer Reha-Klinik, für die es bereits eine Genehmigung aus früheren Zeiten gibt, hätte die Gemeinde längst nicht so viel Arbeit. Helge Strauß (CSU) dagegen nannte den Wettbewerb für das Wohnstift „eine Chance, selbst etwas zu gestalten“. Sozialreferentin Regina Reitenhardt (Wählergruppe Münsing) wies auf die Vorteile eines Stifts hin. KWA habe zugesagt, neben der Wohnanlage eine dringend benötigte Tagespflege einzurichten und soziale Dienste für ganz Münsing anzubieten. Umweltreferentin Christine Mair (Wählergruppe Münsing) forderte eine deutliche Reduzierung der Baumasse und eine ökologische Bauweise.

Gleichzeitig segnete der Rat pro forma den „Plan B“ von KWA ab: den Bau einer Reha-Klinik für Schlaganfall-Patienten. Das Kuratorium wollte damit sicherstellen, dass sein Baurecht nicht verfällt. Für eine Klinik hatte das Landratsamt vor drei Jahren grünes Licht gegeben. Die Genehmigung wäre allerdings heuer im Oktober erloschen.

Enttäuscht zeigte sich Dieter Wiedemann in der Sitzung. Er hatte beantragt, sein Haus „Riviera I“ auf dem Gelände sanieren und zum Wohnen umnutzen zu dürfen. Doch aufgrund der momentanen Rechtslage – der Flächennutzungsplan sieht dort nur eine Kliniknutzung vor – musste der Gemeinderat den Antrag ablehnen. Bürgermeister Michael Grasl stellte jedoch eine Baugenehmigung nach der Errichtung des Seniorenwohnstifts in Aussicht.

Tanja Lühr

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