1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Münsing

Harsche Kritik an Grünen-Fraktion: „Traurig, schade und unkollegial“

Erstellt:

Kommentare

In Münsing soll ein Haus der Kinder entstehen, darin ist man sich im Gemeinderat einig. Für die Grünen hat das Projekt höchste Priorität. Ihr Voranpreschen gefällt nicht allen Kollegen.
In Münsing soll ein Haus der Kinder entstehen, darin ist man sich im Gemeinderat einig. Für die Grünen hat das Projekt höchste Priorität. Ihr Voranpreschen gefällt nicht allen Kollegen. © Uwe Anspach/dpa

Der Antrag der Grünen zum „Haus für Kinder“ stößt im Münsinger Gemeinderat auf Zustimmung, die Vorgehensweise der Kollegen aber auch auf Unverständnis.

Münsing – Die Grünen-Gemeinderäte Christine Mair und Professor Matthias Richter-Turtur sowie der Grünen-Ortsverband waren erfolgreich mit ihrem Antrag, die Gemeindeverwaltung möge den Bau eines „Hauses der Kinder“ mit höchster Priorität vorantreiben. Allerdings mussten sie in der jüngsten Sitzung auch deutliche Kritik an ihrem Vorgehen von ihren Ratskollegen einstecken.

Kämmerer Hubert Kühn hat das „Haus der Kinder“, das in dem ab 2024 frei werdenden Rathaus entstehen soll, in den Fünf-Jahres-Finanzplan der Gemeinde aufgenommen. Ab 2023 rechnet er mit ersten Planungsleistungen zum Umbau. Dass dieser sowie eine Aufstockung grundsätzlich möglich sind, hat bereits 2015 das Architekturbüro Adldinger ermittelt. Die Studie war die „Eintrittskarte“ für den Bau des neuen Rat- und Bürgerhauses, weil dadurch dringend benötigter Platz für die benachbarte Grundschule und für Kindereinrichtungen geschaffen werden kann.

Lesen Sie auch: Kindergarten in Münsing feiert 30. Geburtstag - und muss Abschied von Leiterin nehmen

Bürgermeister Michael Grasl (FW) betonte allerdings, zum angepeilten Umzugstermin 2024 werde man noch keinen fertigen Plan für das Haus der Kinder parat haben. Es gebe noch zu viele Unwägbarkeiten, darunter die von der Regierung geplante Ganztagesgrundschule ab 2026. Schule, Hort, Krippe, Mittagsbetreuung, Kindertagesstätte, Großtagespflege und Spielgruppen seien ganz unterschiedliche Angebote, die auch unterschiedlich gefördert würden. „Der Arbeitstitel Haus der Kinder braucht also eine auf Münsing sehr konkret zugeschnittene Definition, welchen Weg man wählt“, erklärte Grasl. Um sich darüber klar zu werden, ist eine Gemeinderatsklausur für den 16. September geplant.

Christine Mair bedankte sich bei der Verwaltung dafür, dass es nun eine „zeitliche und finanzielle Perspektive“ gebe. Die Grünen hätten es „nicht dem Zufall überlassen wollen“, ob das Kinderhaus nun im Finanzplan stehe oder nicht, rechtfertigte sie den Antrag. Ihr Fraktionskollege Richter-Turtur erinnerte an die Dringlichkeit des Themas angesichts der vielen auf einen Betreuungsplatz wartenden Eltern. Was danach über die beiden hereinbrach, würde man in den sozialen Medien als „Shitstorm“ bezeichnen.

Dem Antrag liege „allein der Wunsch nach Aufmerksamkeit“ zugrunde, kritisierte Susanne Huber (FW) in einer längeren, schriftlich vorbereiteten Rede. Wie vom Bürgermeister zuvor erklärt, arbeite die Verwaltung bereits seit Jahren an dem Thema, betonte sie. Helge Strauß (CSU) bezeichnete den Antrag als „traurig, schade und unkollegial“. Zweite Bürgermeisterin Regina Reitenhardt habe schon vor acht Jahren, damals noch als Sozialreferentin, zusammen mit der Agenda Soziales eine Einrichtung für die Kinderbetreuung im Ortszentrum gefordert.

Für Grasl liegt seitens der Verwaltung „kein Versäumnis“ vor, der Grünen-Antrag sei „nur eine Wiederholung“. Ein Versäumnis habe sie dem Rathaus auch zu keiner Zeit vorgeworfen, konstatierte Mair. Wegen des akuten Mangels an Kinderbetreuungsplätzen wollte sich die Gemeinde am Mittwoch mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen, um unabhängig vom Haus der Kinder nach Lösungen zu suchen.

tal

Aktuelle Nachrichten aus Münsing lesen Sie hier.

Auch interessant

Kommentare