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„I bin total nervös, aber mir schaffan des mitanand“: Erstmals dirigierte Lisi Hinterholzer die beiden Herbstkonzerte der Musikkapelle Holzhausen.

Herbstkonzerte der Musikkapelle

Holzhauser Dirigentin feiert gelungene Premiere

Alle Augen waren auf Elisabeth „Lisi“ Hinterholzer gerichtet. Die 22-Jährige dirigierte zum ersten Mal die Herbstkonzerte der Musikkapelle Holzhausen in der Gemeinde-Turnhalle.

Münsing –  Wie berichtet hat die einstige Baritonistin den Taktstock von Bernhard Ludwig Reiser übernommen, der das Ensemble zuvor zehn Jahre lang geleitet hatte.

Man habe zwar schon eine ganze Saison erfolgreich mit Lisi Hinterholzer musiziert, sagte der Vereinsvorsitzende Johannes Ramerth am Freitag bei seiner Begrüßung in der ausverkauften Halle, aber die Herbstkonzerte seien doch etwas Besonderes. Entsprechend aufgeregt war die Dirigentin vor ihrem Auftritt. „I bin total nervös, aber mir schaffan des mitanand“, sprach sie sich und ihren 45 Musikanten Mut zu, als alle bereit zum Einzug mit ihren Instrumenten in zwei langen Reihen im Flur der Turnhalle standen.

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Lampenfieber dürften auch Verena Findeis und Jannik Dreyer gehabt haben. Die Jungmusikanten wirkten am Freitag das erste Mal bei einem Herbstkonzert in der Hauptkapelle mit. Es begann mit dem festlichen „The Olympic Spirit“ von John Williams. Nach dem Stück drehte sich die neue Leiterin zum Publikum um – mit einer Mischung aus Stolz und Erleichterung im Gesicht. Das wirkte so sympathisch, dass es erst einmal Vorschusslorbeeren in Form eines langen, begeisterten Applauses gab.

Hochkonzentriert sah man die 22-Jährige bei den klassischen Melodien Gioacchino Rossinis, bei den Polkas und Märschen. Mal führte sie das Orchester mit, mal ohne Taktstock in der rechten Hand, mal formte sie Anweisungen mit den Lippen, mal nickte sie leicht in Richtung einer Instrumentengruppe. 2016 hat die Attenkamerin ihren Abschluss zur staatlich geprüften Dirigentin im Laienmusizieren gemacht. Daran schloss sich der B-Schein, die höchste Qualifikation für musikalische Laien, an.

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Frauenpower war den ganzen Abend über angesagt. Katharina Nell moderierte ihn in charmanter Art. Sie gab Erklärungen zu den Stücken, wie etwa zum imposanten Auftragswerk „Schmelzende Riesen“, das Armin Kofler für das österreichische Jugend-Blasorchester komponiert hat. Darin wird majestätisch die Ruhe der Gletscher mit den tiefen Blechblasinstrumenten dargestellt; es folgt eine wilde Schlittenhundefahrt mit Flöten und Klarinetten und anschließend ein „Klagelied“ der Berge mit allen Instrumenten, das sich gegen Massentourismus und Umweltzerstörung wendet. Ihr liege die „Fridays for Future“-Bewegung am Herzen, sagte die junge Katharina Nell und erhielt dafür Zustimmung von den Zuhörern.

Mit einem Querflöten-Solo in dem irischen Stück „Celtic Flutes“ beeindruckten Katharina Ertl und Anna Ramerth. Dafür gab es eine herzliche Umarmung von Lisi Hinterholzer, die auch die Jungmusikanten (JuMus) dirigierte. Diese zeigten nach der Pause ihr Können, indem sie Karel Gotts „Biene Maja“ schwungvoll interpretierten. Mit dem „Cup-Song“ sorgten zwei JuMus für Lacher. Sie klapperten mit Bechern auf einem Tisch, was einiges an Koordination und Konzentration erforderte. Eine weitere Gaudi war die „Luftballon-Polka“, in der einer der Schlagzeuger ein Dutzend grüner Luftballons nacheinander im Takt zerplatzen ließ.

Zum Schwelgen und Mitwippen taugte das Beatles-Medley, beim „Cuba Libre“-Marsch kam Urlaubsstimmung auf. Nach der gelungenen Premiere Lisi Hinterholzers und dem insgesamt sehr abwechslungsreichen Konzert entließen die Zuschauer die Musikkapelle Holzhausen nicht ohne Zugaben.

(tal)

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