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Lutgarde Grünwald, Vorsitzende des Gesangsvereins, sang ein Loblied auf den ehemaligen Chorleiter Hubert Schwabl. 

Gesangsverein Münsing-Ammerland

Eine Bass-Stimme, die fehlen wird

Münsing - 60 Jahre lang hat Hubert Schwabl dem Gesangsverein Münsing-Ammerland seine schöne Bassstimme geliehen. Jetzt, mit 75 Jahren, zieht sich der Münsinger aus dem aktiven Singen zurück - und hat viele Geschichten zu erzählen.

Mit 15 wurde Hubert Schwabl von seinem Freund Willi Schwarz zum ersten Mal zur Chorprobe des Musikvereins Münsing-Ammerland mitgenommen. Er hatte zuvor schon im Kinderchor gesungen. Schwabl erinnert sich genau: „Als ich in den Saal komme und mich hinsetze, klopft mir von hinten einer auf die Schulter. Ich denke: Der begrüßt mich freudig als Neumitglied. Aber er sagt: Da sitz fei i.“

Wegen seiner schönen Handschrift wurde er auch Schriftführer

Nachdem das geklärt war, wurde der Münsinger voll integriert. Weil er als gelernter Setzer eine so gestochene Handschrift besaß, wählte man ihn schon bald zum Schriftführer. Von 1976 bis 1992 leitete er den Chor. Unterstützt wurde er anfangs von Alfred Menzinger. Ehefrau Zenzi trat der Vereinigung 1976 ebenfalls bei. In diesem Jahr wurden erstmals Frauen aufgenommen, es erfolgte die Umbenennung in Gesangsverein Münsing-Ammerland.

Auch als Notenwart war Schwabl unentbehrlich

Bis zum Schluss unterstützte Schwabl die Vorstandschaft als Notenwart. Als Fahnenbegleiter repräsentierte er den Gesangsverein bei vielen festlichen Anlässen in der Gemeinde. Mit 75 Jahren sagt der leidenschaftliche Sänger nun: „Die Stimme wird ja nicht besser. Ich möchte nicht erst darauf angesprochen werden. Deshalb ziehe ich mich rechtzeitig zurück.“

Für die Vorsitzende war er "der Motor des Vereins"

Die Vorsitzende des Gesangsvereins, Lutgarde Grünwald, bedankte sich bei Hubert Schwabl, „dem Motor des Vereins“, wie sie sagte, kürzlich mit einer kleinen, internen Abschiedsfeier im Pfarrheim. Sie schenkte ihm ein Heft voller Erinnerungen. Es beinhaltet Kopien von den ersten Protokollen, die Schwabl verfasst hat, Fotos und Berichte von Auftritten und Ausflügen. Hubert und Zenzi Schwabl wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Das Adventssingen liegt ihm besonders am Herzen

Besonders am Herzen lag dem früheren Chorleiter das Adventssingen. Er gestaltete die Abfolge nach alter Fassung im biblischen Ritus, angefangen bei der Verkündigung über die Herbergssuche bis zur Geburt Jesu und der Verehrung durch die Hirten. Überhaupt legte er Wert auf die Pflege kirchlicher Lieder. Viele Mitglieder sind ja auch im Kirchenchor aktiv.

Schwabl liebt die Gemeinschaft, die beim Singen entsteht

Als eifrige Kirchgänger genießen es Zenzi und Hubert Schwabl, bei jedem Gottesdienst mitzusingen – und in Münsing wird viel gesungen. Langweilig wird dem 75-Jährigen aber auch so nicht. Für den Trachtenverein Seeröserl studiert er gerade ein Theaterstück mit Kindern zum Advent ein. Nächstes Jahr will er ein offenes Singen organisieren. „So abrupt kann man nach 60 Jahren ja nicht aufhören mit dem Singen.“ Was für ihn das Schönste an dieser Freizeitbeschäftigung war und ist? „Die Gemeinschaft, die entsteht und die Freundschaften, die sich entwickeln“, antwortet er.

Die Zusammenarbeit mit der katholischen Pfarrei ist sehr eng

Das Repertoire des Gesangsvereins Münsing-Ammerland umfasst Kirchenliteratur – die Zusammenarbeit mit der katholischen Pfarrei ist sehr eng –, Schubert-Lieder, Lieder für gesellige Anlässe und Volkslieder. Die Laiensänger umrahmen Messen musikalisch, treten am Volkstrauertag, bei Beerdigungen, Geburtstagen und anderen Festen auf, laden zum Adventssingen ein, nehmen am Kreis-Singen teil und geben Interessierten einmal im Jahr beim so genannten offenen Singen Gelegenheit herauszufinden, ob ihnen das Singen liegen könnte. Das Gesangsjahr dauert von Ende September bis Anfang Juni.

Verstärkung ist jederzeit willkommen

Über Verstärkung durch Jüngere und vor allem durch Männer würde sich die Vorsitzende des Vereins, Lutgarde Grünwald, sehr freuen. Mehr Bass- und Tenorstimmen würden das Ensemble auf jeden Fall bereichern, sagt sie. Die Proben finden immer mittwochs ab 20 Uhr im Pfarrheim statt. Tanja Lühr

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