+
Das Geretsrieder Hallenbad wird durch einen Neubau ersetzt. Ob dieser Neubau das große interkommunale Hallenbad oder ein kleineres sein wird, ist noch offen.

Interkommunales Hallenbad

Münsing beteiligt sich an Betriebskosten

Münsing - Der Münsinger Gemeinderat hat am Dienstag bei einer Gegenstimme beschlossen, sich an den Betriebskosten für das interkommunale Hallenbad in Geretsried zu beteiligen. Der Anteil Münsings würde 24 933 Euro pro Jahr betragen, sollte das Bad gebaut werden.

Zu dieser Summe würde der einmalige Investitionskostenzuschuss von 21 600 Euro kommen, den der Gemeinderat bereits im Oktober 2014 beschlossen hatte (wir berichteten). Als das Gremium am Dienstagabend abstimmte, war ihm das Ergebnis aus Wolfratshausen, wo zeitgleich der Stadtrat tagte, noch nicht bekannt.

Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) erklärte, warum er persönlich das interkommunale Hallenbad unterstütze. Seine Gemeinde habe den längsten Uferanteil am Starnberger See mit fünf strategisch wichtigen Wasserwacht-Stützpunkten. Die Retter von Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und Wasserwacht müssten ausreichend Möglichkeiten zum Trainieren haben. Es sei zudem lebenswichtig, dass Kinder frühzeitig das Schwimmen lernten. Diese Sportart sei später auch für Erwachsene und Senioren äußerst gesundheitsfördernd. Nicht zuletzt stelle ein modernes Schwimmbad in der Nähe auch einen Standortfaktor für den Tourismus dar. „Ich will mit meinem Ja ein Zeichen setzen. Die jahrelange Vorbereitung für dieses Projekt soll nicht umsonst gewesen sein“, sagte Grasl in der Sitzung.

Sozialreferentin Regina Reitenhardt (Wählergruppe Münsing), sagte, sie befürworte das Projekt „zu 100 Prozent“. Viele Senioren aus der Gemeinde würden zum Beispiel regelmäßig zum Warmbadetag ins Geretsrieder Hallenbad fahren. Thomas Schurz (CSU) meinte, es gebe keinen Grund, sich nicht zu beteiligen. Er würde sich allerdings moderate Benutzungsgebühren für die Wasserretter vom Starnberger See wünschen. Christine Mair (Wählergruppe Münsing) möchte, dass die Grundschule mehr Schwimmunterricht anbietet. Bürgermeister Grasl erwiderte, mit den vielen Inklusionsschülern sei das für die Lehrer schwierig. Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) sprach sich auf alle Fälle für eine Kostenbeteiligung aus, auch wenn die Grundschule nicht mitmache: „Es sollte nicht noch eine Kommune abspringen“, meinte er im Hinblick auf die (bis dato bekannte) Absage Ickings.

Allein Professor Dr. Matthias Richter-Turtur (Wählergruppe Ammerland) stimmte gegen den jährlichen Zuschuss seiner Gemeinde. Man sollte lieber die dezentralen Bäder aufrecht erhalten, findet er. Gemeint waren damit die Einrichtungen in Ascholding und Weidach. Das interkommunale Bad könnte wahrscheinlich den Bedarf an Übungsstunden, den die Wasserrettungsorganisationen hätten, gar nicht decken. Richter-Turtur befürchtet zudem, dass die Betriebskosten im Laufe der Jahre steigen könnten. Grasl gab zu bedenken, dass die Wasserwacht, die DLRG und die Feuerwehren keine so guten Trainingsmöglichkeiten hätten, würde Geretsried nur ein städtisches, kleineres Bad bauen.

Wäre der Landkreis gezwungen, in den nächsten Jahren ein reines Schulschwimmbad zu bauen, wären auch hier die Kosten aus der Kreisumlage und damit von den Kommunen zu tragen. Grasl: „Dieses Bad wäre sicher teurer als das jetzt zur Abstimmung stehende gemeinsame Bad.“

Tanja Lühr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schulleitung in Geretsried bläst Abi-Streich ab
Wieder einmal ist ein Abi-Streich am Geretsrieder Gymnasium aus dem Ruder gelaufen. Weil schon frühmorgens Alkohol im Spiel war, bliesen Oberstufenkoordinator Peter …
Schulleitung in Geretsried bläst Abi-Streich ab
S-Bahn-Störung auf der S7: Vermisste Person wird gesucht
Wegen eines Polizeieinsatzes war die S7 zwischen Icking und Wolfratshausen von Mittwochmittag bis in die Abendstunden gesperrt. 
S-Bahn-Störung auf der S7: Vermisste Person wird gesucht
TuS zieht Bilanz und ehrt Sportler des Jahres 
61 von 95 Delegierten aus elf Abteilungen kamen zur jüngsten Versammlung des TuS Geretsried. Für sie hatte Vorstandsvorsitzender Mirko Naumann eine gute Nachricht.
TuS zieht Bilanz und ehrt Sportler des Jahres 
IHK-Umfrage: Das sind die größten Probleme im Landkreis
Die Unternehmen im Landkreis sind mit dem Wirtschaftsstandort zufrieden. Allerdings gibt es weiterhin drei große Probleme in der Region.
IHK-Umfrage: Das sind die größten Probleme im Landkreis

Kommentare