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Ein echtes Spektakel ist das Ochsenrennen, das alle vier Jahre in Münsing stattfindet. Tausende von Zuschauern werden im Hochsommer wieder erwartet. Neu ist, dass der Ort der Veranstaltung verlegt worden ist – nämlich von der Naturarena Krummleitn an der Attenkamer Straße in eine Naturarena zwischen Münsing und Holzhausen. Im Jahr 2012 gewann Martin Breiter auf „Kare“ mit einem tollkühnen Ritt.

Vollgas – in jeder Beziehung

Die Jahresvorschau der Gemeinde Münsing

Münsing - Auf die Gemeinde Münsing und ihre Bürger wartet ein ereignisreiches Jahr. Unter anderem findet wieder das berühmte Ochsenrennen statt – wenn auch an anderer Stelle.

Die Olympischen Spiele, die Fußballweltmeisterschaft, das Ochsenrennen von Münsing: Die wirklich großen Sportereignisse finden nur alle vier Jahre statt. Heuer im Hochsommer ist es wieder so weit: In einer neuen Naturarena südwestlich zwischen Münsing und Holzhausen werden tollkühne Madln und Burschen sich auf den Rücken ihrer Rindviecher das heißeste Rennen der Region liefern. Die Veranstalter erwarten weit über 10 000 Zuschauer. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen. Der Verein „D’Ochserer“ hat bereits einen neuen Vorstand gewählt. Peter Bauer ist Vorsitzender, Anton Leinbach sein Stellvertreter. Die Teilnehmer bereiten ihre Tiere schon seit Monaten auf das Spektakel vor. „Polizei, Rotes Kreuz und sieben Feuerwehren stehen parat“, berichtet Bürgermeister Michael Grasl. Er spricht von einer „immer größer werdenden Herausforderung“ für die Organisatoren.

Ein weiterer geselliger Höhepunkt steht Ende Juli auf dem Programm. Dann wird eine Münsinger Delegation, bestehend aus Gemeinderäten mit Partnern sowie Vereinsvertretern, nach Todtnauberg bei Todtnau im Schwarzwald reisen und offiziell eine Gemeindepartnerschaft mit dem 650 Einwohner zählenden Ort eingehen. Seit 1968 pflegen die Münsinger Musikkapelle und der Trachtenverein freundschaftliche Beziehungen zur Todtnauberger Trachtenkapelle. Anlässlich der 750-Jahr-Feier des Dorfs heuer schlugen die Schwarzwälder den Oberbayern 2014 eine Partnerschaft vor, die vom Münsinger Gemeinderat beschlossen wurde. Grasl: „In den nächsten Jahren soll eine Gegeneinladung erfolgen. Dann besiegeln wir die Freundschaft hier bei uns.“

So viel zum Feiern. Gearbeitet wird natürlich auch 2016, und das nicht zu knapp. Für das Zukunftsprojekt Pallaufhof, das neue Gemeindezentrum an Stelle des alten Pallauf-Bauernhofs in der Ortsmitte, möchte der Bürgermeister heuer die entscheidenden Weichen stellen. Noch im ersten Quartal will er einen externen Projektsteuerer hinzuziehen. Dieser soll die Gemeinde zur bestmöglichen Planung unter Beteiligung der Bürger führen. Daraus soll ein Entwurf für ein neues Rathaus samt Einrichtungen und Wohnungen für die Allgemeinheit hervorgehen. Gleichzeitig wird ein anderer Architekt den Umbau des jetzigen Rathauses planen. Das Gebäude könnte aufgestockt werden, so dass die Grundschule mit der Mittagsbetreuung oder einem Hort sowie eine Kindertagesstätte dort Platz hätten.

Anregungen für den Pallaufhof haben sich der Bürgermeister und die beiden Amtsleiter Ende 2015 bei verschiedenen Besichtigungen geholt. Darunter auch die Bürgerhäuser von Straßlach und Gilching, wie Grasl erzählt. Beide Objekte seien zwar gelungen, für Münsing aber nicht umsetzbar. Michael Grasl nennt das Vorhaben „eine schöne, reizvolle Aufgabe“. Den Umzug würde er gerne noch in dieser Amtsperiode sehen.

In interner Sitzung verworfen hat der Gemeinderat die Idee, den alten Pallaufhof, der größtenteils nicht viel mehr als ein Stadel ist, zur Asylbewerberunterkunft umzurüsten. „Das wäre zu aufwändig und würde den Neubau unnötig verzögern“, sagt der Rathauschef. Stattdessen überlege man, auf einem Grundstück der Kirche oder der Gemeinde, womöglich in Degerndorf, in Holzständerbauweise eine Sammelunterkunft zu bauen. Grasl: „Der Gemeinderat ist der Meinung, man sollte nicht alle Asylbewerber in Münsing konzentrieren“. Konkretes kann der Bürgermeister aus Rücksicht auf laufende Verhandlungen aber noch nicht mitteilen.

Als eine der ersten Gemeinden im Landkreis packt Münsing den sozialen Wohnungsbau an – nicht nur, um bezahlbare Wohnungen für anerkannte Asylbewerber zu schaffen, sondern vor allem für die einheimische Bevölkerung. Architekt Wolfgang Adldinger soll beauftragt werden, auf dem Grundstück des ehemaligen Milchhäusls an der Hauptstraße zwei Mehrfamilienhäuser mit Läden zu planen. Die entstehenden rund 15 Wohnungen will die Gemeinde selber vermieten. Der Obst- und Gemüseladen Alkan im Milchhäusl-Erdgeschoss soll während der Bauzeit in einen Container ausgelagert werden.

Beim Hochwasserschutz für Ammerland hofft der Bürgermeister auf den Durchbruch. Der Planfeststellungsbeschluss soll im ersten Quartal dieses Jahres veröffentlicht werden. „Innerhalb einer Frist können die Anlieger klagen. Zwei oder drei von ihnen wollen das noch mit ihren Anwälten prüfen“, sagt Grasl. Sollte niemand vor Gericht ziehen, könnte das Ingenieurbüro SKI endlich damit beginnen, die unterirdischen Rohre zur Ableitung des Niederschlagswassers weiterzuplanen. Sie sollen teilweise halboffen unter Gittern unterhalb des Kapellenwegs verlaufen, mit Bypässen zur bereits bestehenden Flutmulde. Erst nach Abschluss des Hochwasserschutzes könnte zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr mit dem lang ersehnten Neubau eines Feuerwehrhauses am Kapellenweg beginnen.

Beim Degerndorfer Weiher will die Gemeinde heuer mit Fachleuten untersuchen, wie sich das Gewässer entschlammen lässt. Auch ein Fischzüchter, der den Teich künftig bewirtschaften könnte, soll gesucht werden. Grasl: „Wir wollen 2016 gemeinsam mit der Bevölkerung dafür sorgen, dass der Weiher wieder ansehnlich wird.“

von Tanja Lühr

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