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„Ich bin von der positiven Resonanz begeistert“: Franz Grenzebach, Landwirt aus Weipertshausen, bietet Blühpatenschaften an. Gegen eine Pacht lässt er auf einem noch unbestellten Acker Blumen wachsen.

Artensterben

Junger Münsinger hat eine blumige Idee

Landwirt Franz Grenzebach aus Weipertshausen will für mehr Blumen sorgen. Die Resonanz auf seine Aktion ist riesig.

Münsing/Kempfenhausen – Der Erhalt der Natur und somit der Insekten und anderer Tiere ist den Menschen in der Region offenbar nicht nur eine Unterschrift beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wert. Überall gründen sich Initiativen, die Blühwiesen anlegen wollen. Der Landwirt Franz Grenzebach aus Weipertshausen (Gemeinde Münsing) hat jetzt über die Facebook-Seite „Starnberg schafft sich selbst ab“ alle „Bienenretter“ dazu aufgerufen, ihm eine geringe Pacht dafür zu bezahlen, wenn er auf einem noch unbestellten Acker in Kempfenhausen (Gemeinde Starnberg) Blumen statt Getreide wachsen lässt. Die Resonanz ist riesig.

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An die 50 Privatleute aus der Umgebung und aus München, aber auch kleinere Firmen hätten sich bereits gemeldet, sagt Grenzebach: „Ich bin von der positiven Resonanz begeistert. Nach einer knappen Woche wurden bereits rund 5000 der 20 000 Quadratmeter Gesamtfläche vergeben.“

Der 26-Jährige ist konventionell wirtschaftender Landwirt und will nach eigenen Worten mit der Aktion dazu beitragen, das Image seines Berufsstands aufzuwerten. „Bei uns in der Region wird eine gute und nachhaltige Landwirtschaft betrieben. Leider kommt das bei den Leuten oft nicht so an oder sie können es nicht so wertschätzen“, sagt der Weipertshauser.

Die Unterstützer seines Projekts benötigten „keinen grünen Daumen“, wie von einem Mitglied der Facebook-Gruppe befürchtet, erklärt Grenzebach. Er selbst wird sich um Aussaat und Pflege der Wiese kümmern. Im Mai, sobald die Gefahr von Spätfrost vorüber ist, will er eine möglichst vielfältige Blühmischung ausbringen. Wegen der Zusammensetzung sei er im Gespräch mit Fachleuten, etwa von der Naturschutzbehörde. Denn auf seiner Wiese sollen alle Arten von Insekten und Schmetterlingen das ganze Jahr über Nahrung finden. Der 26-Jährige hat sich auch mit einem Hobbyimker in Verbindung gesetzt, der sich dazu bereit erklärt hat, seine Bienenvölker an der Blühfläche aufzustellen.

Die Patenschaft für 100 Quadratmeter Fläche kostet 30 Euro pro Jahr. Man kann auch eine kleinere oder größere Fläche wählen. Die Patenschaft ist vorerst auf drei Jahre festgelegt. Jeder, der sich beteiligt, bekommt von Grenzebach ein entsprechendes Zertifikat samt Lageplan für seinen entstandenen Teil der Wiese. „Auch eine Besichtigung ist natürlich jederzeit möglich“, sagt der Jungbauer. Ihm sei bewusst, dass das Projekt mehr Aufwand bedeute, als wenn er auf seinem Feld einfach Silomais wie im Jahr zuvor anbauen würde. Das Einkommen durch die Patenschaft betrachtet er als Ausgleich für den entgangenen wirtschaftlichen Gewinn.

Die Familie Grenzebach führt am Starnberger See seit vielen Jahren einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit Milchkühen eigener Nachzucht, Grünland und Ackerbau. Nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung hat Franz Grenzebach eine Zusatzausbildung zum Wirtschafter für Landbau sowie seine Meisterprüfung absolviert. Er findet, der Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern müsste besser werden, um bestehende Vorurteile auszuräumen: „Für uns ist das Überleben der Insekten doch auch entscheidend“.

Info

Wer Kontakt mit Franz Grenzebach aufnehmen möchte, schreibt eine E-Mail an franz.grenzebach@ gmx.de oder meldet sich telefonisch unter der Nummer 0176/ 75 07 33 03. Weitere Informationen gibt es demnächst auf der Internetseite www.bluehpatenschaft-starnberger-see.de/.

Ebenfalls interessant: Überall im Umland von München wachsen grüne Kreuze aus dem Boden. Wir sprechen mit Landwirt Franz Grenzebach, für den sein Kreuz ein Symbol für das Sterben der Höfe ist.

tal

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