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Der Missbrauch von Drogen hätte einem jungen Münsinger beinahe ins Gefängnis gebracht. 

Verhandlung am Amtsgericht

Kiffer entkommt Knast nur knapp

Münsing - Der regelmäßige Drogenkonsum hätte einen jungen Münsinger fast in den Knast gebracht. Am Ende wurde die Strafe von einem Jahr Gefängnis zur Bewährung ausgesetzt. Jetzt muss er immer wieder Urinproben abgeben, um nachzuweisen, dass er sauber ist. 

Münsing -Der junge Angeklagte hatte ausführlich aus seiner Drogenkarriere geplaudert, als für einen Moment die Farbe aus seinem Gesicht wich. Dass er sich vor einem Schöffengericht befand und ihm somit eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr drohte, hatte er bis dahin nicht überrissen. „Das wusste ich nicht“, sagte der 23-jährige Münsinger, der noch einen recht jungenhaften Eindruck machte.

Zwischen Anfang Dezember 2016 und Anfang April 2017 hatte der Münsinger bei einem Freund in Penzberg vier Mal jeweils 50 Gramm Marihuana gekauft. 60 Gramm davon fand die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung, dazu ein MDMA-Gemisch und eine Ecstasy-Tablette. Die Anklage lautete auf unerlaubten Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. „Das stimmt alles“, räumte der junge Mann während der Verhandlung in Wolfratshausen ein.

Als die Polizei im April vorigen Jahres vor seiner Wohnung gestanden war, hatte der 23-Jährige zugegeben, Marihuana in größeren Mengen gekauft zu haben. Bei der Gelegenheit hatte er auch gleich seinen Dealer, einen langjährigen Schulfreund, hingehängt. Der Penzberger (24), selbst unlängst vom Amtsgericht Weilheim wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit Bewährung verurteilt, machte in seiner Zeugenaussage keinen Hehl daraus, dass die Freundschaft bis auf Weiteres ruht: „Ich will erst mal nichts mit ihm zu tun haben, weil er mich in die Pfanne gehauen hat.“ Vergessen ist die Zeit, als man sich „zum Kiffen am Bootssteg in Seeshaupt“ getroffen hatte. Fast täglich habe man konsumiert, darin stimmten die Aussagen der ehemaligen Kumpel überein.

Die Polizei observierte den Bekanntenkreis intensiv

Auf die Spur des Münsingers war die Kripo bei „umfangreichen Observationen“ eines weiteren Bekannten des Angeklagten aus Seeshaupt gestoßen. Dieser hatte in größerem Stil im Darknet bei einem in Leipzig beheimateten Shop namens Shiny flakes (wir berichteten) unterschiedliche Drogen geordert. Der damals erst 18 Jahre alte Leipziger Händler flog im Frühjahr 2015 auf. Seine Lieferungen hatte er fein säuberlich gelistet, was unangenehme Folge für Kunden wie den überwachten Seeshaupter – er ist kürzlich zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden – und den Angeklagten hatte.

Dessen Name fand sich ebenfalls auf den Leipziger Listen. Dass er tatsächlich im Darknet Drogen gekauft hatte, konnte ihm jedoch nicht nachgewiesen werden. „Dafür habe ich keine Erklärung“, sagte der Beschuldigte. Er war im April 2012 schon einmal wegen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln vom Jugendrichter zu Sozialstunden verurteilt worden. So glimpflich kam er diesmal nicht davon, obwohl das Gericht, wie auch der Staatsanwalt („Ehrlichkeit soll sich lohnen“), wegen des Geständnisses und des „guten Eindrucks in der Verhandlung“ das Ganze als minderschweren Fall werteten.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Helmut Berger verurteilte den Münsinger zu einem Jahr Gefängnis, für drei Jahre ausgesetzt zur Bewährung. Als Auflage muss der Verurteilte 2000 Euro an die Caritas-Suchtberatung zahlen. Zudem muss er diverse Urinproben abgeben, um zu belegen, dass er keine Drogen mehr konsumiert. Rudi Stallein

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