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Kinderbetreuung: Täglich Anrufe verärgerter Eltern

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Jacken und Rucksäcke hängen an der Garderobe einer Kita
Alles voll: Die Kindertagesstätten sind ausgelastet. (Symbolfoto) © Jörg Carstensen / dpa

Die Situation in der Kinderbetreuung in Münsing ist angespannt. Die Familienbeauftragte bekommt täglich Anrufe von besorgten, verärgerten und wütenden Eltern.

Münsing – Die Kinderbetreuungssituation in Münsing ist angespannt. Davon berichtete die Familienbeauftragte Judith Huber in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Vor allem Krippenplätze würden fehlen. Im Heinrich-Obermaier-Kindergarten der Gemeinde in Degerndorf stünden zwölf Kinder auf der Warteliste, im Kindergarten der katholischen Kirche in Holzhausen seien es 18. „Ich bekomme täglich Anrufe von besorgten, verärgerten und wütenden Eltern. Manche drohen sogar mit dem Anwalt“, schilderte Huber, selbst Mutter zweier Kinder im Alter von 7 und 10 Jahren, die Situation.

Kinderbetreuung: Auch auf dem Land Plätze für unter Dreijährige gefragt

Im Bereich der Kinderbetreuung habe sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren einfach viel verändert, sagte Huber. Auch auf dem Land erwarteten die Eltern Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige. Ebenso werde die Mittags- und Ganztagsbetreuung an der Grundschule ein immer wichtigeres Thema. Im Kindergartenbereich sei die Lage nicht ganz so schlimm, aber auch hier gebe es Bedarf. Die Kindertagesstätten (Kitas) in Geretsried, Wolfratshausen, Icking und Eurasburg seien ebenfalls randvoll, sodass Eltern, die in diesen Kommunen arbeiteten, auch nicht dorthin ausweichen könnten.

Münsings Kämmerer Hubert Kühn bestätigt auf Nachfrage die hohe Zahl an Wartenden. Doch die Zahl sei in der Regel „lebendig“. Im März sei der Ruf nach Betreuungsmöglichkeiten meist sehr laut, sagt er. Im September würden dann viele Plätze doch nicht mehr benötigt, weil Eltern sich anders entscheiden würden oder zwischenzeitlich eine andere Lösung gefunden hätten.

Münsing plant in Degerndorf zusätzliche Gruppe

Nichtsdestotrotz plane die Gemeinde, in Degerndorf, zumindest provisorisch eine vierte Gruppe zu eröffnen. Die bestehende Wohnung könnte umgebaut und dort eine Gruppe für über Zweijährige eingerichtet werden. Eine Gruppe für noch jüngere Kinder sieht Kühn als schwierig an. In Holzhausen versuche die Gemeinde als Eigentümerin des Gebäudes, mit der Kirche als Trägerin eine zweite Krippengruppe zu installieren. „Seit eineinhalb Jahren arbeite ich daran“, so Kühn. Weil das Gebäude unter Denkmalschutz stehe, müssten zahlreiche Auflagen beachtet werden.

Doch selbst wenn in beiden Einrichtungen aufgestockt werde, bleibe noch das Problem des Personals. „Es ist wahnsinnig schwierig, welches zu bekommen“, sagt der Kämmerer. Gleichzeitig bereite die Gemeinde sich im Hintergrund auf den Bau eines „Haus des Kindes“ vor. Es soll wie berichtet im Rathaus entstehen, wenn die Gemeindeverwaltung 2024 in das neue Bürger- und Rathaus umzieht. Gemeinderätin Christine Mair (Grüne) hatte in der Sitzung angemahnt, rechtzeitig die Weichen dafür zu stellen. Man müsse wissen, wie viel Raum die benachbarte Grundschule für die ab 2026 geltende Ganztagsbetreuung erhalten werde und wie viel für die Kleinkinderbetreuung übrig bleibe.

Tanja Lühr

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