Der Pavillon am Pfarrheim Münsing
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Erhalten oder abbrechen? In den Streit um den Pavillon am Pfarrheim schaltet sich jetzt auch die Gemeinde ein.

Offener Brief an die Erzdiözese

Kirchen-Streit um Pavillon: Jetzt schaltet sich der Bürgermeister ein

Der Münsinger Gemeinderat stellt sich hinter Pfarrer Martin Kirchbichler. In einem offenen Brief an das Erzbischöfliche Ordinariat bitten alle 16 Gemeinderäte mit ihrer Unterschrift darum, dass der Pavillon am katholischen Pfarrheim stehen bleibt.

Wohnraum, speziell kleine Wohnungen und Appartements, seien in Münsing leider zu wenig vorhanden, schreibt Bürgermeister Michael Grasl im Namen des Gemeinderats. „Umso mehr sind wir darüber verwundert, dass das Ordinariat am ersatzlosen Abbruch des Apartementhauses mit den beiden Wohnungen festhalten möchte. Eine derart zentral am Pfarrheim situierte Wohnmöglichkeit würde für das dringend notwendige Personal – ob Erzieherinnen für den kirchlichen Kindergarten in Holzhausen oder Seelsorger – fehlen“, so der Rathauschef.

Apartmenthaus besitzt eine starke soziale Komponente

Grasl geht auch auf den ortsplanerischen Aspekt ein: Der Pavillon bilde mit dem Pfarrheim und dem neuen Pfarrhof eine Einheit mit einer Art Hofsituation. Die beiden Bestandsgebäude seien ein seit fast drei Jahrzehnten gewachsenes Ensemble, das als Einheit wahrgenommen werde und sich immer gut ergänzt habe. Auch die politische Gemeinde habe daher ein großes Interesse am Erhalt des Pavillons, da sie zum Beispiel den Sachaufwand für den kirchlichen Kindergarten trage. Grasl: „Nur auf diese Weise kann Jugend- und Seniorenarbeit vor Ort gewährleistet bleiben und nur so kann Personal in unserer Hochpreisregion überhaupt gewonnen werden.“ Das Apartementhaus besitze somit auch eine starke soziale Komponente.

Eindringliche Bitte: Abriss des Gebäudes stoppen

Aus Sicht der Gemeinde seien die Stellplätze für dieses kleine Gebäude unschwer auf dem eigenen Grundstück nachzuweisen und könnten nicht der Grund für den Abbruch sein. Der Gemeinderat bitte das Ordinariat eindringlich darum, vom Abriss des Gebäudes nach dieser kurzen Lebensdauer abzusehen. Eine derartige Entscheidung könnten viele Bürgerinnen und Bürgern nicht nachvollziehen. Grasl bietet an, zwischen der Kirchenstiftung von Mariä Himmelfahrt und dem Ordinariat zu vermitteln. Eine tragfähige Lösung wäre „ein positives Signal, wenn nachweislich benötigter Wohnraum erhalten bleibt und auch die Kirche dazu ihren Beitrag leistet.“  tal   

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