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Optisch wie akustisch ein Gewinn: Die Musikkapelle spielte in der Turnhalle und nicht im Gemeindesaal.

40 Jahre Musikkapelle Holzhausen

Kleines Dorf, Riesen-Musi

Münsing - Zu ihrem 40-jährigen Bestehen gibt die Musikkapelle Holzhausen ein besonderes Herbstkonzert. Den Zuhörern ging das Herz auf.

„Bärig“: Das war das Wort, mit dem der Bezirksleiter des Musikbunds Isar-Mangfall, Matthäus Hammerl, in seinem spontanen Schlusswort das Herbstkonzert der Musikkapelle Holzhausen (MKH) beschrieb. Zwischen zweiter und dritter Zugabe sprang der Ehrengast von seinem Platz an einem der vorderen Tische auf und schnappte sich das Mikro von Dirigent Bernhard-Ludwig Reiser. „So a kleines Dorf und so a Wahnsinns-Musi“, rief der Kochler begeistert aus. Die Zuhörer in der ausverkauften Turnhalle hatten ihr Lob zuvor mit lang anhaltendem Applaus zum Ausdruck gebracht.

In ihrem 40. Jubiläumsjahr hat sich die MKH mit ihren beiden Konzerten am Freitag und Samstag selbst übertroffen. Der Umzug vom Gemeindesaal in die Turnhalle erwies sich dabei, wie schon im vergangenen Jahr, akustisch wie räumlich als ein Gewinn.

Der kleine Bruder von Edward Elgars berühmtem „Pomp & Circumstance Nr. 1“, der gleichnamige Marsch Nr.  4, ging nicht gleich ins Ohr. Im Mittelteil mit den Klarinetten und Tuben sowie dem Becken bekam das Werk jedoch etwas Festliches. Das zweite und zugleich längste Stück des Abends stimmte ein auf ein abwechslungsreiches Programm aus konzertanter, bayerisch-böhmischer und moderner Blasmusik.

An Modernem hat Bernhard-Ludwig Reiser mit den 57 Musikanten seit September die dramatische Filmmusik zu „Gladiator“ und ein schwungvolles Medley aus Titeln des Musicals „Starlight Express“ einstudiert. Zum 70. Geburtstag der 1991 verstorbenen Rock-Legende Freddie Mercury durfte eine Hommage an den Sänger („Crazy Little Thing Called Love“) nicht fehlen.

Für Gänsehaut-Gefühle sorgte die „African Symphony“. Bevor der volle Klangkörper melodiös zum Einsatz kam, legten Simon Bauer, Matthias Bolzmacher und Daniel Eismann an den Schlaginstrumenten ein eindrucksvolles Intro hin. Ihr Können auf der Klarinette demonstrierten mit dem Solo „Spatzen-Polka“ Hannes Bolzmacher und Christoph Bauer. Beim gefühlvollen „Moldau-Spaziergang“ und der „Musikantenheimat“ ging den Zuhörern das Herz auf und – man spürte es förmlich – noch mehr den Akteuren auf der Bühne. Selbst an eine sinfonische Version der Dudelsack-Hymne „Highland Cathedral“ wagte sich das Ensemble heran – zu Ehren der frisch verheirateten Klarinettistin Katharina Reich (ehemals Forster), die sich das Lied gewünscht hat.

Ein weiteres Kapellenmitglied traut sich im Jubiläumsjahr. Das scheint Glück zu bringen: Katharina Huber führte am Freitag zum letzten Mal unter ihrem Mädchennamen durchs Programm. Am Samstagabend hieß sie bereits Nell. Mit Erklärungen zu den Stücken und Komponisten sowie philosophischen Gedanken über die Zeit, das Glück, die Kostbarkeit eines Lächelns leitete die junge Frau charmant von einem Titel zum nächsten über.

Um den Nachwuchs braucht sich die MKH (nicht nur wegen der hohen Heiratsquote) keine Sorgen zu machen. Die Jungmusikanten ab zwölf Jahren musizieren unter der Leitung von Lisi Hinterholzer bereits ganz famos. Nach einer fehlerfreien Polka und Ballade erklatschte sich das Publikum sogar noch eine Zugabe.

Eine der Zugaben der großen Kapelle war ein Marsch, den die Gründer am 18. April 1976 bei ihrer allerersten Probe eingeübt hatten, wie Bernhard-Ludwig Reiser erzählte. Ihren Geburtstag hat die Musikkapelle Holzhausen heuer nur intern begangen. Im Mai 2017 wird sie die offizielle Feier im Rahmen des Bezirksmusikfests, das das kleine Dorf Holzhausen ausrichtet, nachholen. Das wird sicher wieder „bärig“, wie Hias Hammerl sagen würde.

tal

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