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DNA-Abgleich: Über Speichelproben versucht die Polizei den Mann ausfindig zu machen, der in Münsing versucht hat, eine Frau zu vergewaltigen. 

Nach versuchter Vergewaltigung in Münsing 

Kripo bittet Flüchtlinge um Speichelprobe - Asylhelfer empört

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Am Rande der Johannifeier in Münsing ist es wie berichtet zu einer versuchten Vergewaltigung gekommen. Nun haben die Ermittler einige in der Gemeinde lebende Asylbewerber um eine Speichelprobe gebeten. Dieter Rex-Stingl, Mitglied des Asylhelferkreises, ist empört.

Münsing – Der bislang unbekannte Täter schlug laut Polizei am Sonntag, 25. Juni, gegen 3.30 Uhr zu. Er stieß auf dem Feldweg zwischen Biberweg und Höhenrainer Straße eine 26-Jährige zu Boden, um sie zu vergewaltigen. Der Frau, die die Johannifeier der Münsinger Burschen besucht hatte, gelang es jedoch, sich loszureißen. Der Mann ergriff die Flucht. Das Opfer beschrieb ihn als zirka 1,70 Meter groß. Er sei von normaler Statur und habe schwarze Haare und eine dunkle Hautfarbe.

Nun haben die Ermittler der Kripo Weilheim einige Asylbewerber, die in der Seegemeinde leben, um eine Speichelprobe gebeten. „Um die freiwillige Abgabe einer Speichelprobe“, wie Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Süd in Rosenheim, im Gespräch mit unserer Zeitung betont.

DNA-Abgleich als Schlüssel zur Aufklärung der Tat

Eine versuchte Vergewaltigung „ist ein schweres Delikt, ein Verbrechen“, sagt Sonntag. „Die Ermittler gehen davon aus, dass ein DNA-Abgleich der Schlüssel zur Aufklärung der Tat sein wird.“ Die Frage, ob die Beamten am Tatort im Bereich des Kammerlohbergs DNA-Spuren sichern konnten, will der Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht beantworten.

Dass Asylbewerber um eine Speichelprobe gebeten werden, sei im Vorfeld der Maßnahme mit der Vorsitzenden des Asylhelferkreises in Münsing, Gemeinderätin Regina Reitenhardt, besprochen worden. „Das hätte die Kripo nicht unbedingt machen müssen“, stellt Sonntag fest. Reitenhardt wiederum informierte die Mitglieder des Helferkreises per E-Mail über die Entscheidung der Ermittler.

Dieter Rex-Stingl ist mit dem Vorgehen der Polizei ganz und gar nicht einverstanden. „Das ist eine Vorverurteilung“, sagt der Degerndorfer, der Mitglied des Helferkreises ist. „Noch bin ich Mitglied“, wie er betont. Rex-Stingl hat nach eigenen Angaben vor einiger Zeit einen 21 Jahre alten abgelehnten Asylbewerber adoptiert. Auch der junge Mann gab eine Speichelprobe ab. „Aber das ist doch eine unfreiwillige freiwillige Abgabe. So ein junger Mann hat doch gar keine andere Wahl, wenn ihn die Polizei darum bittet.“

Asylbewerber unter Generalverdacht?

Rex-Stingl bezweifelt, dass auch die DNA anderer Männer mit den mutmaßlich am Tatort festgestellten Erbinformationsträgern abgeglichen wird. Der Täter sei angeblich „dunkelhäutig“ gewesen, nun würden alle Asylbewerber in Münsing „unter Generalverdacht gestellt“, fürchtet der 54-Jährige. Und: „Wer garantiert denn, dass die Speichelproben, die nicht mit der DNA des Täters übereinstimmen, tatsächlich vernichtet werden?“

Polizeisprecher Sonntag legt Wert auf die Feststellung, dass die durchgeführte Maßnahme „nur der Anfang war“. Auslöser dieser speziellen Ermittlung und aufwändigen Analyse sei die Täterbeschreibung des Opfers gewesen. „Wir stehen aber noch ganz am Anfang“, wiederholt Sonntag. Es sei nicht auszuschließen, dass auch „braun gebrannte gebürtige Münsinger“ oder Urlauber, die sich zur Tatzeit in der Gemeinde aufgehalten haben, ins Visier der Kripo geraten. „Ein DNA-Abgleich ist ein zu fast 100 Prozent sicheres Beweismittel“, erklärt Sonntag die potenzielle Aussagekraft einer Speichelprobe.

Asylhelferkreismitglied Rex-Stingl legt für den von ihm adoptierten 21-Jährigen sowie einen zweiten, erst 17 Jahre alten Flüchtling, die jeweils Besuch von der Kripo bekommen haben, die Hand ins Feuer: „Beide waren in der fraglichen Nacht bei mir.“

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