"Kleiner Schandfleck"

Münsinger kritisieren Pläne für das neue Pfarrhaus

Münsing - Der Gemeinderat kritisiert die Pläne für das neue Pfarrhaus in Münsing. Woran sich die Räte stören, ist in ihrer letzten Sitzung deutlich geworden.

„A Huat ohne Krempn is koa Huat“, pflegte der ehemalige Gemeinderat und Zimmerer Robert Lechner bei entsprechenden Bauanträgen zu sagen. Er meinte damit, dass ein Haus in Oberbayern einen Dachüberstand brauche. Ähnlich sehen das Berufskollege Thomas Schurz und der gelernte Dachdecker Helge Strauß (beide CSU). Sie stimmten mit drei weiteren Gemeinderäten am Dienstag gegen den Bauantrag der Katholischen Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt, vertreten durch die Erzdiözese München und Freising.

Die Kirche möchte ein neues Pfarrhaus bauen

Wie berichtet möchte die Kirche an Stelle des alten Pfarrhauses an der Holzhauser Straße ein neues bauen. Der Entwurf dafür ist das Ergebnis eines kleinen Architektenwettbewerbs. Einziges Manko des geplanten Pfarrhauses ist in den Augen fast aller Gemeinderäte mit Ausnahme von Ursula Scriba (Bürgerliste) und Christine Mair (Wählergruppe Münsing) der fehlende Dachüberstand. „Jedem privaten Bauherren raten wir zu einem Überstand, nur hier, mitten im Ort, wollen wir eine Ausnahme machen“, ärgert sich Schurz. Strauß kritisierte zudem die geringe Dachneigung von 16 Grad. Das Gebäude sei „ein kleiner Schandfleck“ für Münsing, meinte er.

Auch Bürgermeister Michael Grasl und das Bauamt würden sich wünschen, dass das Dach deutlicher als geplant über die Hauswand ragt. „Im Sinne des Ortsbildes wird der Antragstellerin dringend empfohlen, einen ortstypischen Dachüberstand vorzusehen. Ein angemessener Überstand zählt zu den wesentlichen Gestaltungsmerkmalen in der Gemeinde Münsing und in Oberbayern“, heißt es im Beschlussvorschlag. Vorschreiben könne man einen Überstand nur, wenn ein Bebauungsplan bestehe, was hier nicht der Fall sei, erklärte Grasl.

Ihre Bedenken haben die Gemeinderäte schon einmal mitgeteilt

Ihre Bedenken hatten die Gemeinderäte bereits in der Dezember-Sitzung dem beauftragten Architekten Günter Forster mitgeteilt. Das Erzbischöfliche Ordinariat ließ die Gemeinde daraufhin in einem Schreiben wissen, dass die Anregung zu einem Dachüberstand „wohlwollend und zeitnah“ in der weiteren Ausführungsplanung überprüft werde. Die Kirchenverwaltung der Pfarrei werde dann als Bauherrin dazu eine Entscheidung treffen. Ansonsten gibt es seitens des Gemeinderats keine Einwände gegen den zweistöckigen, 238 Quadratmeter großen Neubau, in dem im ersten Stock die Verwaltung und im zweiten die Wohnung von Pfarrer Martin Kirchbichler untergebracht werden sollen.

Architekt Forster hatte das flach geneigte Dach, das fast mit der Hauswand abschließt, als eine für Pfarrhäuser durchaus übliche Sonderform gerechtfertigt. Die Gemeinde hofft nun, dass das Landratsamt als übergeordnete Baugenehmigungsbehörde in der Angelegenheit ein Machtwort spricht.

von Tanja Lühr

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