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Ortstermin im Landkreis Cham: Werner Stadler (mit Hut) beantwortet im Zündholzmuseum in Grafenwiesen Fragen zu seinen Werken. Es lauschen interessiert (v. li.) der Grafenwiesener Bürgermeister Josef Dachs, Claudia Seidl von der Gemeinde, Inge Engelhart von der Zündholzfabrik Allemann und Marie-Luise Segl, Botschafterin vom Landratsamt Cham.

Seltenes Hobby

Der Zündholzmann von Ammerland

Münsing - Werner Stadler hat ein Hobby, das sehr viel Geduld erfordert: Er baut große Bauwerke der Menschheitsgeschichte wie den Pariser Triumphbogen mit kleinen Zündhölzern nach. Einige seiner Werke werden jetzt im Zündholzmuseum in der Oberpfalz ausgestellt.

„Bevor man an die Arbeit geht, soll das Modell im Kopf fertig sein“, sagt Werner Stadler. Der Ammerlander baut in seiner Freizeit detail- und maßstabsgetreu berühmte Bauwerke aus Zündhölzern nach. In mühevoller Kleinarbeit hat er in den vergangenen 15 Jahren unter anderem den Pariser Triumph-Bogen, den seinerzeit für die Athener Stadtgöttin errichteten Pantheon-Tempel, die Pazzi-Kapelle in Florenz, das Khazne al-Firaum-Felsengrab in der jordanischen Stadt Petra und die King’s College Chapel in Cambridge erschaffen. Stadler verwendet für seine Arbeit die dünnen Hölzer von Zündholzbriefchen und Holzdrahtstäbchen. Als Vorlage dienen ihm Zeichnungen in Architekturbüchern.

In Cham war man begeistert von Stadlers Kleinkunst

14 seiner Kunstwerke stellte der pensionierte Konditor und Einzelhändler jetzt dem Zündholzmuseum in Grafenwiesen (Landkreis Cham) als Dauerleihgabe zur Verfügung, zwei weitere sollen noch folgen. Bürgermeister Josef Dachs, Claudia Seidl von der Tourist-Info, Inge Engelhart vom örtlichen Museumsverein sowie Vertreter des Landkreises hätten sich begeistert bei der Übergabe gezeigt, berichtet der Wolfratshauser Franz Florian, Stadlers „Sportsfreund“ aus dem Fitness-Studio. Er begleitete den Bastler nach Grafenwiesen. Zuvor hatte er ihm geholfen, die Bauwerke zu fotografieren und sie verschiedenen Museen anzubieten.

Für ein Bauwerk braucht Stadler 4000 Zündhölzer - mindestens

Schon mit sechs Jahren, erzählt Werner Stadler, habe er es sich in den Kopf gesetzt, einmal eine Kirche aus Streichhölzern zu bauen. „Eigentlich wollte ich immer Modellbauer werden und im Deutschen Museum arbeiten“, sagt Stadler und lacht. Erst seit 1999, seit er im Ruhestand ist, kann er sich endlich seiner Leidenschaft widmen. „Ich mag es, kleine Dinge wachsen zu sehen“, sagt er über sein Hobby. Für seine Arbeit braucht der Ammerlander ein Küchenbrett, einen Winkel, eine kleine Holzschublade und Zündholzer, aber ohne die roten Köpfchen. Für ein „kleines“ Bauwerk benötigt Stadler etwa 4000 Hölzchen, für größere ein Vielfaches.

Stadler findet, seine Werke sollen in Bayern bleiben

Auf die Frage, warum der Ammerlander sich für das Grafenwiesener Zündholzmuseum als Ort für die Präsentation seiner Leihgaben entschieden habe, antwortet er in seiner ruhigen, heiteren Art, er sei vor drei Jahren durch einen Zeitungsartikel auf das Museum aufmerksam geworden. Dabei sei ihm überhaupt erst der Gedanke gekommen, seine Miniaturbauten auszustellen. Die Grafenwiesener hätten neben einem Schweizer Zündholzmuseum das größte Interesse gezeigt und eine langfristige Sonderausstellung der Bauwerke angeboten. Stadler: „Mir lag sehr am Herzen, dass meine Arbeiten in gute Händen kommen. Außerdem sollten sie in Bayern bleiben.“ Tanja Lühr

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