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Eine Erhöhung des Trinkwasserpreises wird derzeit in Münsing diskutiert.

Wird Wasser bald teurer?

Landwirte protestieren gegen teureren Wasserpreis

Münsing - Der Gemeinderat wird am kommenden Dienstag über die Erhöhung der Wassergebühren entscheiden müssen.

Wie berichtet ist eine Anhebung von 1,59 Euro pro Kubikmeter auf 1,76 Euro im Gespräch. Die Gemeinde nennt die anstehenden hohen Investitionen im Trinkwasserbereich als Grund. Sie sei verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten. Vor allem die stark betroffenen Bauern protestieren gegen die Erhöhung.

So findet der ehemalige Landwirt Hans Müller die Belastung ungerecht. In der Bürgerversammlung hatte er darauf hingewiesen, dass andere kommunale Einrichtungen auch nicht kostendeckend arbeiten würden. Müller hat sich im Rathaus den Haushaltsplan 2016 genau durchgelesen. Er kritisiert vor allem, dass die Pizzeria Pinocchio und die Fernwärmeversorgung ein dickes Minus einfahren. So erreiche die Gaststätte, für die die Gemeinde vom Betreiber Pacht verlangt, nur eine Deckung von 61 000 Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 118 000 Euro. Die Pacht wurde zwar zum März 2016 leicht erhöht. „Das Ergebnis kann dadurch aber nur unwesentlich verbessert werden“, heißt es im Haushaltsplan.

Bei der Fernwärmeversorgung ist die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben noch größer: 78 000 Euro stehen hier 152 000 Euro gegenüber. Die Gemeinde begründet das mit den hohen Investitionen in die Versorgung, die vor allem kalkulatorische Kosten verursachen. Dass die Gemeinde beim Tourismus, ebenfalls einer kostenrechnenden Einrichtung, draufzahlt (28 000 Euro), müsste in den Augen Hans Müllers nicht sein. Dass der Heinrich-Obermaier-Kindergarten in Degerndorf ein Zuschussbetrieb ist, geht dagegen in Ordnung für ihn: „Unsere Kinder sind wichtig. Das sind wir ihnen schuldig“, sagt er.

Der ehemalige Landwirt fordert „nur Gerechtigkeit“. Münsing verlange jetzt schon die zweithöchsten Wassergebühren im Landkreis. Sie sollten seiner Meinung nach überhaupt nicht erhöht werden, auch nicht moderat bei gleichzeitiger Anhebung der jährlichen Grundgebühr, wie von der Gemeinde überlegt wurde.

von Tanja Lühr

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