Das eingezäunte ehemalige Wiedemann-Sanatorium.
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Betreten verboten: Das ehemalige Wiedemann-Sanatorium bekommt in jüngster Zeit vermehrt Besuch. Das Eindringen aufs Grundstück ist illegal und gefährlich.

Ehemaliges Sanatorium oft Ziel von Abenteurern

„Lost Place“ in verlassener Klinik: Nach Besuch von Neugierigen - Eigentümer zeigt alle Vergehen an

Das ehemalige Wiedemann-Sanatorium in Ambach bekommt in jüngster Zeit vermehrt Besuch von Fans sogenannter „Lost Places“. Die Eigentümer sind davon nicht begeistert. Jedes Vergehen wird angezeigt.

Münsing – Immer wieder treiben sich Unbefugte in den Gebäuden des ehemaligen Wiedemann-Sanatoriums in Ambach herum. Am vergangenen Wochenende erwischte die Polizei mehrere Schaulustige und Fotografen, die unbefugt auf das als „Lost Place“ in einem Buch beschriebene Gelände eingedrungen waren.

Verlassene Klinik in Ambach: Gelände ist eine Baustelle - und birgt Unfallgefahren

Das Grundstück mit den noch stehenden, alten Klinikhäusern gehört dem Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) aus München. Das Unternehmen möchte dort ein Seniorenwohnstift bauen. Der KWA-Vorsitzende Horst Schmieder zeigt sich auf Nachfrage unserer Zeitung natürlich nicht begeistert von den jüngsten Vorfällen. „Dass Personen widerrechtlich unser Grundstück betreten, um sich dort zu treffen oder um zu fotografieren, ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch sträflicher Leichtsinn“, sagt Schmieder. Schließlich handle es sich bei den verlassenen und von KWA gründlich ausgeräumten Gebäuden um eine Baustelle, die eine gewisse Unfallgefahr berge.

Wir bringen alle Verstöße gegen Recht und Gesetz zur Anzeige.

KWA-Vorsitzender Horst Schmieder

Bauzäune und Schilder würden eigentlich den Zugang verhindern, beziehungsweise verbieten. Doch immer wieder würden Leute die Zäune ignorieren und sogar Fensterscheiben einwerfen, um sich Zutritt in die Häuser zu verschaffen. „Dass man Hobbyfotografen in einem Buch auf das Grundstück aufmerksam macht und dorthin lockt, ist unverantwortlich“, findet der KWA-Vorstandsvorsitzende.

Er weist darauf hin, dass die Polizei die Personalien von Eindringlingen aufnehme, gegen sie ermittle und die Straftaten dem KWA melde. „Wir bringen alle Verstöße gegen Recht und Gesetz zur Anzeige“, betont Schmieder. Die am vergangenen Wochenende begangenen Delikte reichten von Hausfriedensbruch bis hin zum Verdacht auf Brandstiftung.

„Lost Place“ in Ambach: Wiederbelebung der Klinik wird noch dauern

Bis der „Lost Place“, der verlassene Ort, wieder belebt wird, kann es laut KWA noch eine Weile dauern: „Wir werden die Abbruch-, Umbau- und Neubauarbeiten erst dann beauftragen, wenn ein Durchführungsvertrag mit der Gemeinde Münsing abgeschlossen ist und eine Baugenehmigung vorliegt“, sagt Schmieder. Die Gemeinde hat den Bebauungsplan für das Areal im vergangenen Jahr erstmals öffentlich ausgelegt und die Einwendungen vor Kurzem im Gemeinderat behandelt. Es folgt nun eine zweite Auslegung. In der Zwischenzeit arbeitet man laut Bürgermeister Michael Grasl am Durchführungsvertrag mit KWA.

Rathauschef Grasl bedauert die jüngsten Zwischenfälle ebenfalls, erklärt aber, es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, ein Privatgrundstück vor Zugriffen zu schützen.

(tal)

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