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Zu Ehren der Mutter Gottes feierte die Holzhauser Bruderschaft an „Maria Schnee“ einen Festgottesdienst.

Als es im August in Rom schneite

Das macht die Holzhauser Bruderschaft

Die Holzhauser Bruderschaft ist eine Gebetsgemeinschaft, die seit dem 18. Jahrhundert besteht. Kürzlich feierten die Gläubigen ihr Bruderschaftsfest. Doch was mach die Bruderschaft so besonders? 

Holzhausen Seit 1746 besteht die Unbefleckte-Empfängnis-Bruderschaft Holzhausen. Seit einigen Jahren feiert der Pfarrgemeinderat das Titularfest in Erinnerung an die damals gegründete Gebetsgemeinschaft wieder, nachdem dies zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten war. Dieser Tage trafen sich Holzhauser, Münsinger und Degerndorfer Katholiken erst zum Gottesdienst in der Kirche und anschließend zum Frühschoppen.

Freundschaft zwischen Holzhausen und Wessobrunn

Die Mitglieder der Gebetsgemeinschaft, der später auch Frauen angehörten, verehren die Mutter Gottes. In Holzhausen beten sie zur „Mutter der Schönen Liebe“, einem Gnadenbild am Hochaltar. Dasselbe Marienbild befindet sich seit etwa 1700 in der Wessobrunner Kirche St. Johann Baptist. Die dortige Bruderschaft zur Unbefleckten Empfängnis Mariens mit zeitweise bis zu 600.000 Mitgliedern war die Keimzelle der Holzhauser Bruderschaft. Beide verbindet eine lange Freundschaft.

Ernst Ramerth, der über 40 Jahre dem Pfarrgemeinderat angehörte, erinnert sich, dass sich das Bruderschaftsfest im Laufe der Zeit gewandelt hat. Geblieben ist das Datum, der erste Sonntag nach „Maria Schnee“ am 5. August. An diesem Tag soll es in Rom an der Stelle, an der 473 die Papstbasilika Santa Maria Maggiore errichtet worden war, einmal geschneit haben. Ernst Ramerths Sohn Johannes, ein großer Rom-Fan, erzählt, dass man in der Kirche an Maria Schnee weiße Lilienblätter von der Decke rieseln lasse.

Bruderschaftsfest als kleiner Jahrmarkt

Doch zurück nach Holzhausen. Dort beging man das Bruderschaftsfest noch bis vor etwa 60 Jahren als kleinen Jahrmarkt. „Im Lehrer-Weber-Garten waren drei oder vier Stände mit Lebensmitteln und Süßigkeiten aufgebaut. Das war für mich als kleinen Bub damals etwas Besonderes“, erzählt Ernst Ramerth. Zuvor habe eine Prozession rund um den Kirchberg stattgefunden. In den 1930er Jahren wurde diese Prozession Portiunkula genannt. Die Männer trugen eine Marienstatue und bis zu 15 Meter hohe Fahnenstangen, sagt der Holzhauser Hans Hinterholzer.

Nach einigen Jahren ohne Bruderschaftsfest führte Ende der 1960er Jahre Pfarrer Franz Mooslechner den Feldgottesdienst im Weber-Garten ein, der bei schlechtem Wetter in die Kirche verlegt wird. Auch der Frühschoppen im Garten oder im alten Schulhaus geht auf Pfarrer Mooslechner zurück.

Pfarrer Martin Kirchbichler setzt diese Tradition heute bei Weißwürsten und Wiener Würsten gerne fort. Er ehrte diesmal zahlreiche Frauen und Männer für ihr langjähriges Wirken in der Bruderschaft: Luise Pölt für 75 Jahre, Bruno Haberl und Michael Menzinger für 70 Jahre sowie Herbert Haberl, Leonhard Hinterholzer, Hans Hinterholzer, Georg März, Helene Reiser und Katharina Bruckmeir für 65 Jahre.

Tanja Lühr

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